Kreis erzielt Rekord bei Vermittlung

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Insgesamt hat der Kreis seit Beginn der Option 20 000 Menschen vermittelt.

Dietzenbach - Die Chancen von Langzeitarbeitslosen im Kreis Offenbach, wieder einen Job zu bekommen, haben sich im vergangenen Jahr verbessert.

Kreisbeigeordneter Carsten Müller (SPD) stellte jetzt die neuen Vermittlungszahlen der kreiseigenen Pro Arbeit vor. Danach wird man in diesem Jahr wahrscheinlich ein „Rekordergebnis“ als Hartz-IV-Optionskommune erzielen. Der Begriff „Optionskommune“ bedeutet, dass man von der Bundesagentur für Arbeit die Betreuung der Hartz-IV-Empfänger übernommen hat.

Der Zwischenbilanz zufolge wurden bis einschließlich Oktober 4226 Menschen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Das sind, so Müller, 135 Vermittlungen mehr als im Vorjahr. Man hoffe auf 4800 Vermittlungen bis zum Jahresende. Der Kreisbeigeordnete sprach von einer „Erfolgsgeschichte“ und lobte das Engagement der Mitarbeiter von Pro Arbeit. „Gegenüber 2006 konnten wir die Zahl der Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt verdoppeln.“ Insgesamt hat der Kreis seit Beginn der Option 20 000 Menschen vermittelt.

Auch die Zahl der durchschnittlichen monatlichen Vermittlungen stieg an: gegenüber 2009 von 341 auf 423. Der Kreis ist seit 2005 Optionskommune, seit 2008 betreut die Pro Arbeit als Anstalt des öffentlichen Rechts die Langzeitarbeitslosen.

Nach Einschätzung des SPD-Politikers profitieren damit in der Region „endlich“ auch Hartz-IV-Bezieher vom Aufschwung. Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen bis Anfang des vierten Quartals seit Ende 2008 von 8117 auf 7072 Hilfeempfänger. Rund 3 300 Langzeitarbeitslose befanden sich zudem im Jahresdurchschnitt in Schulungs- oder Qualifikationsmaßnahmen.

Leider sei die Zahl der sogenannten Aufstocker, also der Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können, mit 5 238 Personen nach wie vor hoch. Dies sei für ihn ein deutliches Zeichen, dass Deutschland einen Mindestlohn brauche, so Müller. Es könne nicht sein, dass Menschen täglich acht Stunden arbeiten, aber von ihrer Arbeit nicht leben könnten, so dass der Staat zuschießen muss. „Hier legen Arbeitgeber Gehalt schlicht auf den Staat um, um ihren Gewinn zu steigern. Das ist für mich ein Unding!“

Besonders erfreulich nennt Müller die Entwicklung bei den langzeitarbeitslosen Jugendlichen. Hier verzeichnet der Kreis seit Dezember 2008 einen Rückgang von rund 35 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der langzeitarbeitslosen Jugendlichen mit 535 im Oktober 2010 noch einmal um 84 ab. Auch die Vermittlungszahlen in Ausbildung stiegen 2008 deutlich an. „Dass wir innerhalb von nur neun Monaten 409 Jugendliche in Ausbildung bringen konnten, bedeutet, dass wir 409 Sozialkarrieren verhindert haben“, freut sich der Kreisbeigeordnete.

All diese Zahlen stimmen den Sozialdezernenten auch in Hinblick auf die Entwicklung der Kosten optimistisch. „Die aktive Vermittlung ist der wichtigste Part, die Belastungen des Sozialetats positiv zu beeinflussen. Bei den meisten Kosten im Sozialetat erfüllt der Kreis als auszahlende Behörde lediglich gesetzliche Vorgaben des Bundes.

Zurückhaltend verfährt der Kreis bei den Ein-Euro-Jobs. Deren Anteil ging seit 2006 um über 50 Prozent zurück. „Wir haben 2010 lediglich 376 Arbeitsgelegenheiten vermittelt. Dies ist eine der niedrigsten Quoten in ganz Deutschland. Zudem achten wir genau darauf, dass kein regulärer Arbeitsplatz wegrationalisieret wird. Erst jüngst hatte der Bundesrechnungshof kritisiert, dass Ein-Euro-Jobs reguläre Arbeitsplätze verdrängten, gleichzeitig aber kein wirkliches Sprungbrett in einen normalen Job böten.

Quelle: op-online.de

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