Kreis Offenbach, Kommunen und IHK wollen Konzept vorlegen

Wirtschaft soll gefördert werden

Dietzenbach - Der Kreis Offenbach, die Kommunen und die IHK arbeiten an einem Konzept zur Förderung der Wirtschaft. Ende 2015 soll es präsentiert werden. Von Marc Kuhn 

„Wir haben Großes vor im Kreis Offenbach“, sagte Landrat Oliver Quilling gestern in Dietzenbach. Gemeint ist ein Wirtschaftsförderkonzept, das erstmals gemeinsam vom Kreis, den 13 Kommunen der Region sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach erarbeitet wird. Dabei werden sie unterstützt von dem Beratungsunternehmen Experconsult aus Dortmund. Die Kosten von 60.000 Euro tragen alle Kommunen gemeinsam. Ein Kongress im Kreishaus beschäftigt sich am Donnerstag in der nächsten Woche mit dem Thema. Etwa 100 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung haben sich zu der nicht öffentlichen Veranstaltung angemeldet. Ende des Jahres soll das Papier vorgestellt werden.

Es gehe nicht um ein neues Werbekonzept, erklärte Quilling, sondern um Themen. Als Beispiel nannte er den Fachkräftemangel und die digitale Zukunft. Mit dem Konzept sollten die Stärken des Wirtschaftsstandorts herausgearbeitet und gebündelt werden. „Das hat es so noch nicht gegeben“, berichtete Quilling über das geplante Vorhaben. Die Ausgangslage sei sehr gut, betonte der Landrat und verwies auf die niedrige Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent im Kreis, die geringe Zahl von Erwerbslosen unter Jugendlichen und eine Kaufkraft der Bürger, die über dem Bundes- und Landesdurchschnitt liege.

Sichtbarkeit des Kreises verbessern

„Nur wenn die Kommunen ihre Kräfte bündeln und gemeinsam agieren, wird sich der Kreis Offenbach als starker Wirtschaftsstandort im regionalen, bundesweiten und internationalen Wettbewerb behaupten“, sagte IHK-Präsident Alfred Clouth. Die Sichtbarkeit des Kreises solle nach außen, aber auch innerhalb der Region verbessert werden. Dabei sei der Kreis „ein Teil der Monopolregion, aber eben auch ein eigenständiger Wirtschaftssstandort“, erklärte Clouth. Es gehe darum, sich unter der Dachmarke Rhein-Main zu positionieren, berichtete Jürgen Hoffmann, Bürgermeister von Rodgau. Die Kommunen müssten sich ins Gespräch bringen, wenn über die Ansiedlung von Gewerbe diskutiert werde, ergänzte Peter Jakoby, Stadtoberhaupt von Heusenstamm. Schließlich habe Offenbach Gewerbeflächen, Arbeitskräfte und sei ein guter Bildungsstandort.

„Es freut uns, dass die IHK mit im Boot ist“, berichtete Bernhard Bessel, Sprecher der Bürgermeister und Rathauschef der Gemeinde Hainburg. Schließlich sei die Hauptschlagkraft der Unternehmen bei der Kammer angesiedelt. Für den Ostkreis ist nach den Worten von Bessel eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur besonders wichtig. Ein weiteres Ziel des angedachten Konzeptes sei es, die Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderer zu optimieren, sagte Clouth. „Unternehmen brauchen eine starke Wirtschaftsförderung“, erklärte der IHK-Präsident. Schnelligkeit und Verlässlichkeit seien bei Anfragen wichtig. „Aber auch ein offenes Ohr innerhalb der Verwaltung zu haben, ist essentiell für Unternehmen.“

Vernetzung der Kommunen

Die Wirtschaftsförderung sei für den Kreis Offenbach „ganz, ganz wichtig“, berichtete Bessel. Eine stärkere Zusammenarbeit dieser Einrichtungen unter den Kommunen mahnte Jürgen Rogg, Bürgermeister von Dietzenbach, an. Dem stimmte Hoffmann zu. Die Vernetzung unter den Kommunen sei wichtig. „Wir brauchen ein starkes und festes Fundament, auf dem das gemeinsame Haus entsteht.“

Früher hätten sich die Wirtschaftsförderer als Gegner gesehen, sagte Ruth Disser, Bürgermeisterin der Gemeinde Mainhausen. Doch in den vergangenen Jahren funktioniere die Zusammenarbeit. „Eine gemeinsame Herangehensweise ist unabdingbar“, erklärte auch Roland Kern, Bürgermeister von Rödermark. Für Neu-Isenburg habe die Wirtschaftsförderung höchste Priorität, berichtete der erste Stadtrat Stefan Schmitt. Von dem Wirtschaftsförderkonzept verspricht er sich „neue Ansatzpunkte“.

Quelle: op-online.de

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