Vier Standorte stehen zur Auswahl

Kreis plant neue Heime für Flüchtlinge

Dietzenbach - Der Zustrom an Flüchtlingen reißt nicht ab. Allein in dieser Woche sind im Kreis Offenbach 70 neue Asylbewerber eingetroffen. Nun denkt der Kreis über den Bau weiterer Gemeinschaftsunterkünfte nach. Von Christoph Zöllner 

Vier Standorte sind im Gespräch: Dreieich, Dietzenbach, Neu-Isenburg und Obertshausen. Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Carsten Müller (SPD) geht davon aus, dass der Kreis zum Ende dieses Jahres 820 Flüchtlinge aufgenommen haben wird und damit doppelt so viele wie im Vorjahr. Die Prognose für 2015 liegt Müller zufolge bei „mindestens 800“. Höchste Zeit also, dass die im Bau befindlichen Gemeinschaftsunterkünfte auf dem kreiseigenen Gelände der ehemaligen Matthias-Grünewald-Schule in Seligenstadt und auf einem gepachteten Areal an der Borsigstraße in Nieder-Roden endlich fertig werden. Im Frühjahr soll es so weit sein. Jeweils 80 Menschen kommen dort unter. Schon jetzt beherbergt der Kreis 480 Flüchtlinge in eigenen oder angemieteten Einrichtungen, der Rest der Neuankömmlinge ist den 13 Kommunen zugewiesen worden.

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„Der Kreis Offenbach hat sich bei der Flüchtlingsunterbringung nicht etwa zurückgezogen, sondern die Aufgabe auf mehrere Schultern verteilt“, sagte Landrat Oliver Quilling (CDU) gestern im Dietzenbacher Kreishaus. Rund 5,6 Millionen Euro habe der Kreis bereits in die Hand genommen. „Vier Städte haben aber noch keine Entlastung durch den Kreis erfahren“, sagte Müller. Problem: Weder in der Kreisstadt noch in Dreieich, Neu-Isenburg oder Obertshausen gebe es geeigneten Grund und Boden. Die Stadt Dietzenbach hatte bereits zwei Grundstücke zum Bau einer Gemeinschaftsunterkunft angeboten, doch offenbar scheute der Kreis bislang die Erschließungskosten. Trotzdem lohnt es sich laut Müller, dass der Kreis in Absprache mit dem Regierungspräsidium selbst weitere Unterkünfte baut: „Miete ist immer kostenintensiver“, sagte der Sozialdezernent. Wo das nächste Flüchtlingsheim gebaut werde, sei aber noch offen.

Müller lobte das Engagement der Städte und Gemeinden. Es sei in diesem Jahr überall gelungen, ein Netzwerk aus Helfern zu knüpfen und eine vorbildliche Willkommenskultur zu schaffen. Diese Entwicklung ist der Ersten Kreisbeigeordneten Claudia Jäger (CDU) besonders wichtig. Im Vergleich zu den 90er-Jahren, als es schon einmal eine hohe Zahl an Asylbewerbern gab, sei ein Wandel erkennbar: „Das Thema Integration ist inzwischen in den Köpfen angekommen“, so Jäger. Es gebe in der Bevölkerung kaum noch Ressentiments, gleichzeitig sei die Bereitschaft, sich ehrenamtlich für Flüchtlinge zu engagieren, stark gestiegen. „Wir können nur danken und hoffen, dass dieser ehrenamtliche Einsatz nicht nachlässt“, sagte der Landrat.

(cz)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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