Kriminalitätsstatistik

Frankfurt: Alle Morde 2014 aufgeklärt

Frankfurt - Polizeipräsident Bereswill sieht es schon vorher: Frankfurt wird die Kriminalitätsstatistik der Großstädte 2014 voraussichtlich wieder einmal anführen. "Dieser Vergleich ist aber Humbug", sagt er. Dennoch ist die Kriminalität gestiegen.

Die Kriminalität in Frankfurt ist gestiegen, die Polizei hat aber noch nie so viele Straftaten aufgeklärt. "Frankfurt, Hauptstadt des Verbrechens - das ist eine Falschaussage", baute Polizeipräsident Gerhard Bereswill am Mittwoch vor. "Frankfurt liegt eigentlich im unteren Bereich der Städte in Deutschland." Die Statistik des Bundeskriminalamts (BKA), die Frankfurt immer wieder diesen negativen Ruf einhandle, teile - "wissenschaftlich unseriös" - einfach die Zahl der Straftaten durch die Zahl der Einwohner. In der fünftgrößten Stadt Deutschlands hielten sich aber täglich fast doppelt so viele Menschen auf wie in der Stadt wohnten. "Rund 30 Prozent der Kriminalität des Landes Hessen fallen auf die Stadt Frankfurt", sagte Bereswill. 118 769 registrierte Straftaten wurden 2014 in Frankfurt von Einwohnern und Besuchern begangen. Das waren 6,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg fiel damit deutlich höher aus als im Land (2,6 Prozent).

Ein wesentlicher Grund sei der umfangreiche Immobilien-Betrugskomplex S+K, der in der Frankfurter Kriminalstatistik mit insgesamt 3316 Fällen zu Buche schlage. Es gab aber auch deutlich mehr Taschen- und Trickdiebstähle (plus 1064 auf 5042). Mehr als 80 Prozent dieser Straftaten fielen auf die Innenstadt - zwischen Hauptbahnhof und Konstablerwache. Die Polizei verbesserte die Aufklärungsquote zugleich zum dritten Mal in Folge und erreichte mit 60,9 Prozent (nach 60,2 Prozent im Vorjahr) den höchsten Wert seit Beginn der Statistik. In diesem Punkt schnitt die Metropole besser ab als das Land. Die hessenweite Aufklärungsquote ging im Vergleichszeitraum leicht zurück, um 0,2 Prozentpunkte auf 59,3 Prozent. Der Anteil der Diebstähle (36,5 Prozent) sowie der Vermögensdelikte und Fälschungen (30,3 Prozent) an allen angezeigten Straftaten in Frankfurt war jeweils auch etwas niedriger als im Landesdurchschnitt.

Top 10 - Die Hauptstädte der Langfinger

Top 10 - Die Hauptstädte der Langfinger

Alle acht Mordfälle (Vorjahr einer) aus dem Jahr 2014 wurden aufgeklärt, wie Bereswill mitteilte. 21 Mal ermittelten die Beamten wegen Totschlags (Vorjahr 33). Die Fälle von Straßenraub gingen im Vergleich zum Vorjahr um 75 auf 591 Fälle zurück - die niedrigste Zahl seit 2009. Die Wohnungseinbrüche stiegen um 1,9 Prozent auf 2170 - im Landesdurchschnitt lag das Plus bei 1,7 Prozent. "Die Täter haben sich sehr verändert. Viele sind sehr professionell und europaweit unterwegs", sagte der Leiter der Kriminaldirektion, Andreas Röhrig. Der sogenannte Enkeltrick, bei den Betrüger alte Menschen um ihr Geld bringen, sank um 16 Fälle auf 177; mit einem Schaden von rund 221 000 Euro. Dafür träten Betrüger bei alten Menschen häufiger als falsche Mitarbeiter der Hausverwaltung, des Stromversorgers, der Bank oder der Polizei auf. Anrufer gäben sich als Polizisten aus und täuschten dabei sogar die Telefonnummer 110 vor.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion