Krimiserie „Ein Fall für zwei“

Freunde im Hausboot

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Die Schauspieler Wanja Mues (links, Leo Oswald) und Antoine Monot Jr. ( Benni Hornberg) sind die neuen Protagonisten der ZDF-Krimiserie „Ein Fall für zwei“.

Frankfurt - Ade „Matula“ und „Dr. Lessing“ - die populäre ZDF-Krimiserie „Ein Fall für zwei“ spielt zwar weiter in Frankfurt und hat auch ihren Titel behalten. Aber sonst ist fast alles anders. Von Christina Lenz

In den neuen Folgen wohnen Anwalt und Detektiv zusammen auf einem Hausboot am Main. Bis Anfang Oktober werden vier Folgen in Frankfurt gedreht. An die Stelle des legendären Duos sind zwei moderne Männerfiguren getreten: Anwalt Benni Hornberg (Antoine Monot) und Detektiv Leo Oswald (Wanja Mues) treffen sich nach 20 Jahren am Main wieder und beschließen gemeinsam Verbrechen aufzulösen und sich durch die Irren und Wirren des Lebens zu kämpfen.

„Privater sollen die neuen Folgen werden, mehr auf das Zwischenmenschliche konzentriert - ein zeitgenössischer Krimi eben“, erklärt Regisseur Andreas Herzog. „Die Figuren sind ganz schön am Ende, als sie sich treffen“, erzählt Wanja Mues, der den verwegenen Leo Oswald spielt. Beide Männer seien in einer Midlife-Crisis angekommen und zögen Bilanz.

Leo hat sich in Südamerika mit dubiosen Geschäften durchgeschlagen und ist mittellos am Main gestrandet. Benni lebt von Frau und Kind getrennt und weiß beruflich nicht weiter. Schnell entwickeln die beiden Enddreißiger neue Lebens- und Arbeitsperspektiven und ziehen zusammen auf einen alten Kahn, der als Wohnung, Bar, und Verhörzimmer in einem dient. Die Abgrenzung zur alten Matula-Figur sei nicht leicht gewesen und der Kult um den machohaften Detektiv ließe sich wohl nicht wiederholen. „Leo ist eher ein Mann im modernen Sinne. Mir gefällt das Männerbild, das er verkörpert. Er ist zwar auch ein harter Typ, aber trotzdem spielen Freundschaft und Beziehung für ihn die größte Rolle“, erzählt Mues, der schon mit Roman Polanski gedreht hat.

Monot, der in diesem Jahr bereits als Kommissar im Bremer Tatort zu sehen war, gefällt die Tiefe der dargestellten Männerfreundschaft: „Das sind zwei, die auf Gedeih und Verderb zusammen bleiben“. Auch dass keine Polizei im Spiel ist, sei ein unverkennbares Merkmal von „Ein Fall für zwei“: „Der enge Rahmen der Legalität kann von den beiden ja auch mal verlassen werden. Das macht es aufregender“, meint der Schauspieler, der in Hessen aufgewachsen ist. Frankfurt sei ein dankbarer Drehort, findet ZDF-Fernsehspielchef Reinhold Elschot: „Frankfurt ist noch nicht so abgefilmt. Außerdem gibt es mit dem Bahnhofsviertel und dem Bankenareal zwei spektakuläre Drehorte in direkter Nachbarschaft“. Zu sehen sind die ersten vier Folgen ab Anfang 2014, immer freitags um 20:15 Uhr. Sechs weitere Folgen sind bereits geplant.

Quelle: op-online.de

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