Kommentar zum RMV

Dicke Brocken

Das wird auch die Kommunalpolitiker in Rhein-Main nicht kalt lassen: In einer aktuellen Fahrpreis-Studie des Verkehrsclubs Deutschland schneidet der Rhein-Main-Verkehrsverbund schlecht ab. Von Peter Schulte-Holtey

Die Preise liegen demnach bis zu 30 Prozent über denen anderer Verkehrsverbünde in deutschen Ballungszentren.

Natürlich kann jetzt darüber gestritten werden, ob der Verkehrsclub einzelne Preisbeispiele herausgepickt hat, um seiner Forderung nach verantwortungsvoller Verkehrspolitik Nachdruck zu verleihen. Tatsache ist aber, dass es in der RMV-Fahrpreispolitik noch viele Ungereimtheiten gibt. Die Preisgestaltung des RMV hat ihre Tücken. Sie ist so unübersichtlich, dass selbst mancher Mitarbeiter nicht durchblickt - geschweige denn der Fahrgast. Benötigt werden neue Tarifstrukturen, die den Umstieg auf den Öffentlichen Personennahverkehr fördern.

Die Kommunal- und Landespolitik wird die großen Finanzierungsprobleme schultern müssen. Baustellen gibt es viele: Um die 20 Prozent weniger Schüler werden in absehbarer Zeit Bus und Bahn nutzen. Das für den Schülerverkehr bereitgestellte Geld wird damit auch zusammengestrichen, ist aber ein wichtiger Baustein bei der Finanzierung. Und die Landesregierung plant, den hessischen Verkehrsverbünden zur Abdeckung eigener Defizite 20 Millionen Euro jährlich zu entziehen. Auch dieser dicke Brocken ist von den Städten, den RMV-Eignern, noch nicht verarbeitet worden.

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Mit weiteren Preiserhöhungen beim nächsten Fahrplanwechsel auf die neuen Lasten zu reagieren, ist mit Sicherheit der falsche Weg. Die Verantwortlichen beim RMV und in den Rathäusern wissen es doch auch: Jeder Kunde, der aus Verärgerung oder finanzieller Notwendigkeit auf das Auto umsteigt, belastet am Ende das Ergebnis für den Verkehrsverbund und darüber hinaus auch die Umwelt.

Quelle: op-online.de

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