Kritik an der Preispolitik des RMV

Der Fahrgastverband Pro Bahn Hessen hat die Preispolitik des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) als „unverschämt“ kritisiert. „Der RMV ist der teuerste Nahverkehrsverbund in Deutschland. Und jedes Jahr heißt es wieder: „Wir erhöhen“, kritisierte Thomas Bayer von Pro Bahn in Osthessen.

 „Es gibt eine Grenze, was einem etwas wert ist.“ Die Preiserhöhungen träfen vor allem Pendler, Hartz-IV-Empfänger, Schüler und Familien. „DerNahverkehr wird zum Luxusartikel“, bemängelte Bayer. „Wir als Bürger können es einfach nicht mehr zahlen.“ Die Preise seien 2003 schon hoch gewesen und stiegen seither ständig, bemängelte Bayer.

Die rund 18 Kilometer von Poppenhausen nach Fulda etwa hätten damals 3,25 Euro und vor der neuerlichen Erhöhung zum Winterfahrplan schon 3,80 Euro gekostet. „Da tue ich mich doch als Privatmann lieber mit drei, vier Leuten zusammen und fahr Auto“, sagte Bayer. „Wenn man für die Tageskarte von Fulda nach Frankfurt künftig 27 Euro bezahlen muss, kann man auch gleich das Auto benutzen.“

Ländliche Regionen besonders benachteiligt

Ein Pendler müsse für eine Jahreskarte auf dieser Strecke mit fast 2.000 Euro rechnen. Die Entfernung beträgt rund 90 Kilometer. „Die ländlichen Regionen sind besonders benachteiligt“, bemängelte Bayer. Für weniger Leistung werde mancherorts mehr Geld genommen. So verkehre etwa die Rhönbahn von Fulda nach Gersfeld samstags nur noch im Zwei-Stunden-Takt.

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Auch das Hessenticket sei mit 31 Euro viel zu teuer. „In anderen Bundesländern kostet es 21 oder 27 Euro und die haben viel mehr Strecken.“ „Wenn in Großstädten wie Frankfurt der Bahnhof nur drei, vier Kilometer weg ist, überleg ich mir auch, ob ich nicht lauf“, sagte Bayer mit Blick auf Einzelfahrttickets zum Preis von 2,40 Euro.

Besonders ärgerlich sei, dass Bahnfahrer gleich mehrfach zur Kasse gebeten würden: Über die Steuer, den Fahrpreis und die Umlage für Einwohner für den Nahverkehr. „Und dann werden noch Busse und Bahnen gestrichen“, kritisierte Bayer. Diese Entwicklung werde sich mit der demografischen Entwicklung noch fortsetzen.

dpa

Quelle: op-online.de

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