Kritik am RMV: „Verspätungen verschleiert“

Offenbach ‐ Hat der RMV zu früh gejubelt? Vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Fahrgästen kommt heftige Kritik an Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbunds zum Qualitätsbericht. Der „Pünktlichkeitswert von 94,6 Prozent“ für S-Bahnen wird in Frage gestellt. Von Peter Schulte-Holtey

„Verspätungen und die Folgen für den Fahrgast werden verschleiert“, heißt es. Hintergrund der Attacke: Laut RMV-Definition ist eine S-Bahn mit einer Verspätung von weniger als sechs Minuten „pünktlich“. „Das ist mehr als fragwürdig“, meint der VCD. „Denn nach sechs Minuten sind Busse, deren Abfahrtzeiten mit der S-Bahn verknüpft sind, häufig nicht mehr zu erreichen; aus einer gering erscheinenden Verspätung wird ein riesiger Zeitverlust“, so ein Club-Sprecher.

Tricks mit der Statistik

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Qualitätsbericht des RMV zweifelhaft

Erbost ist auch unser Leser Gerhard Münster und rügt das „RMV-Schulterklopfen“. Der Dietzenbacher bezieht sich unter anderem ebenfalls auf die Sechs-Minuten-Regel des RMV und meint mit Blick auf den allgemein gültigen 15-Minuten-Takt: „Sollte der Zug um mehr als die halbe ,Taktfolge’ zu spät fahren, gilt er auch als ,nicht unpünktlich’, denn dann kommt er als ,Teilausfall’ nicht mehr in die Pünktlichkeitsstatistik! Wenn also z.B. der Fahrgast auf eine fahrplanmäßige Zugfolge hofft, muss ein Zug mindestens sechs, höchstens aber siebeneinhalb Minuten verspätet sein, um als ,unpünktlich’ in die Statistik einzugehen.“ Münster erzürnt zudem, dass Züge, die gar nicht fahren, als Totalausfall und nicht als unpünktlich erfasst werden. „Das ist absurd.“

Quelle: op-online.de

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