Kult-Rituale mit Kindern

Rotenburg a.d. Fulda/Wiesbaden - An den Kindern sollen Kelten-Rituale praktiziert und ihnen „besprochenes Salz“ verabreicht worden sein: Hessens Familienministerium hat einem Naturkindergarten im osthessischen Rotenburg an der Fulda die Betriebserlaubnis entzogen.

Wir können zwar nicht von einem Sektenverdacht sprechen, sehen aber das Kindeswohl gefährdet“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte einen Bericht von „Hit Radio FFH“. Die Mitspracherechte der Eltern seien in der Einrichtung missachtet worden. Der Kindergarten kündigte an, juristisch gegen die vom Ministerium verfügte Schließung vorgehen zu wollen.

Geschäftsführerin "am Boden zerstört"

Die Vorsitzende des Trägervereins sei eine Anhängerin eines esoterisch angehauchten Kults, so die Sprecherin aus Wiesbaden. Es sei offenkundig, dass in dem Kaloku-Naturkindergarten Dinge mit den Kindern passierten, die nicht mit den Eltern abgesprochen gewesen seien. 16 Eltern schickten ihre Sprösslinge vorsichtshalber nicht mehr in den Kindergarten. Am Ende seien nur noch 2 der 18 Plätze belegt gewesen. Der Kindergarten war 2008 eingerichtet worden. Beschäftigt waren dort zwei Erzieherinnen, eine Kinderpflegerin und eine weitere Mitarbeiterin. Die Geschäftsführerin des Trägervereins, Michaela Schwarz-Wenk, sagte, sie wolle eine einstweilige Verfügung erwirken, damit der Kindergarten wieder öffnen könne. Nach der Entscheidung aus Wiesbaden sei sie „am Boden zerstört“ gewesen.

Kinder mit exotischen Huna-Ritualen konfrontiert

Laut Ministerium wurden die Kinder mit exotischen Huna-Ritualen konfrontiert. Huna ist eine esoterische Spielart der alten schamanistisch geprägten Naturreligion Hawaiis. So wurden den Kleinen „besprochenes Salz“ zu essen gegeben. „Das sollte eine reinigende und stärkende Wirkung haben“, sagte die Ministeriumssprecherin. Auch homöopathische Mittel sollen den Kindern verabreicht worden sein. Laut Medienberichten führt die Vorsitzende des Trägervereins eine Naturheilpraxis. Bereits im Februar hatten die Praktiken in der Einrichtung für Wirbel gesorgt. Nach Erkenntnissen des Ministeriums habe „der gesamte Kindergarten nicht funktioniert“, strafrechtlich relevante Vorkommnisse hätten sich aber nicht ereignet.

dpa

Quelle: op-online.de

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