Quilling findet Thema

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Hat die Kulturpolitik als sein Markenzeichen entdeckt: Landrat Oliver Quilling lauscht beim Neujahrsempfang des Kreises Maestro Ugo Marincola am Flügel. Zum Zeitpunkt der Aufnahme spielte dieser übrigens den Frank-Sinatra-Hit „My Way“.

Dietzenbach - Wie setzt man Prioritäten? Zunächst einmal mit Worten - später sollte dann die eine oder andere Tat folgen. Den Wort-Teil hat Landrat Oliver Quilling am Dienstagabend souverän erledigt. Von Michael Eschenauer

Vor 200 geladenen Gästen kam bei seiner Rede zum Neujahrsempfang des Kreises Offenbach im Kreistagssitzungssaal der Begriff „Kultur“ 53-Mal vor. Konkurrenz-Worte wie „Region“ und „Bildung“ (je 7-Mal), „Euro“ oder „Haushaltslage“ (ein- bzw. zweimal) blieben unter unter „ferner liefen“.

Damit steht fest: In diesem Jahr soll die Regentschaft von Quilling ganz im Zeichen der Kulturförderung stehen. Eine bessere „Vernetzung der vielfältigen Akteure im Kulturbereich“ schwebt dem CDU-Politiker vor. Ähnlich wie bei der Interessenvertretung der Sportler will er in der Kulturlandschaft eine starke Lobby- und Werbestruktur aufbauen. Bisher seien in den Gefilden der Kultur lediglich die Musikvereine und die Sänger ähnlich gut mit ihren Verbänden vernetzt.

Kulturveranstaltungen einheitlich präsentieren

Wir führen derzeit Gespräche mit den Sparten Ateliers und Galerien, Theater und Bühnen, Museen, Künstler sowie Kulturinitiativen und Vereine“, sagte Quilling vor der Zuhörerschaft, die zum großen Teil aus dem - ja, richtig! - Kulturbereich stammte. Konsequenterweise ließ er seine Rede einrahmen vom Streichquartett der Musikschule Neu-Isenburg, dem Chor der Sängervereinigung Jügesheim und Querflötistin Fabienne Schmid, Preisträgerin des Musikwettbewerbs 2010 der Sparkasse Seligenstadt.

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Ziel sei es, so der CDU-Mann, mit den 13 Städten und Gemeinden des Kreises Kulturveranstaltungen regionweit einheitlich zu präsentieren, zu vermarkten und eine „Kultur-Marke Kreis Offenbach“ mit intensiver Kundenbindung zu schaffen. Der Landrat kündigte eine „Kultur-Card“ an, er will Beratungen für Kulturschaffende anbieten und Synergien nutzen. Man werde den Veranstaltungskalender auf den Internetseiten des Kreises zur „zentralen Plattform“ für die Kultur und ihre Termine ausbauen, Newsletter anbieten und eine Linksammlung aufbauen. Kultur, so begründete Quilling sein Engagement, sei mitnichten nur verzichtbares „Extra“ sondern „existenziell“. Sie sei essentieller Bestandteil von Humanität und Demokratie. Nicht zuletzt sei sie ein weicher Standortfaktor, was auch der Wirtschaft nutze.

„Weiteres Sparen verbietet sich“

Der Landrat hielt sich mit Geldversprechen zurück, verwies stattdessen auf die elf Millionen Euro, die der Kreis und seine Kommunen für den Kulturbereich aufbringen. Nach eigenem Eingeständnis eine eher „schmale“ Summe. Weiteres Sparen verbiete sich aber. „Mit Kürzungen bei der Kultur kann man keine Haushalte sanieren“, so Quilling. Der Anteil dieses Ressorts an den Länder- und Gemeindehaushalten liege bei 1,9 Prozent.

Insgesamt bezeichnete Quilling den Kreis Offenbach als „in fast allen Bereichen sehr gut positioniert“. Die Haushaltssituation liege im Vergleich mit andern Kreisen „nicht außerhalb der Norm“. Außergewöhnlich gut sei allerdings die Situation im Schulbereich. Er rechnet mit einer Verbesserung der finanziellen Lage im Zug der gesamtwirtschaftlichen Erholung.

Quelle: op-online.de

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