Kuriose Müllfunde auf Hessens Straßen sorgen für Ärger

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Wiesbaden - Sexpuppe, Schlange, Waffen und sogar ein Weihnachtsmann: Es gibt kaum etwas, was die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien noch nicht auf den Straßen und Parkplätzen in Hessen gefunden haben.

Mit den Hinterlassenschaften auf den hessischen Straßen würden sich ganze Wohnungen einrichten lassen: Sofas sind darunter, Schränke und Toiletten sind auch dabei. Kriminelle entsorgen ihre Waffen, eine aufgebrochene Geldkassette und gestohlene Geldbeutel mit einem Wurf aus dem Fenster. Männliche Lastwagenfahrer sparen sich den Weg aufs Klo und schmeißen die mit Urin gefüllten Flaschen auf die Fahrbahn.

Platz genug ist ja, mögen sich die Leute am Steuer denken. Denn nach Auskunft der hessischen Verkehrszentrale in Wiesbaden müssen sich die 60 Autobahn- und Straßenmeistereien um insgesamt 17.000 Kilometer Straße kümmern - das entspricht etwa 10.000 Fußballfeldern. Die Autobahnen in Hessen sind 1000 Kilometer lang.

Aufblasbare Sexpuppe aus Gummi auf Parkplatz

Klaus Ziller von der Autobahnmeisterei in Rüsselsheim kann sich noch an eine aufblasbare Sexpuppe aus Gummi erinnern, die auf einem Parkplatz an der Autobahn 3 nahe dem Flughafen lag. Dort finden sich auch öfter Koffer, die Reisenden gestohlen wurden. Auf die Autobahn verirren sich aber auch Tiere, wie Hunde oder Pferde. Allerdings stimmen nicht alle Meldungen: So entpuppte sich etwa eine tote Wildkatze, die ein Autofahrer auf der Autobahn 45 nahe Wetzlar gesehen haben wollte, als ein Toilettenvorleger.

Die Meldung „Elefant auf Autobahn“ war zwar wahrheitsgemäß, der Elefant gehörte jedoch zu einem Karussell und war aus Kunststoff. Echt war dagegen die über zwei Meter lange Boa Constrictor, die auf einem Parkplatz ausgesetzt worden war. Beim Mähen wurde sie im Gras gefunden, sie war tot. Ein besonders kurioser Anruf kam kurz nach Weihnachten: Auf einem Parkplatz an der Autobahn 45 liege ein toter Weihnachtsmann, lautete die Nachricht an die Autobahnmeisterei in Ehringshausen in Mittelhessen.

Angeblicher Toter war ein entsorgter Weihnachtsmann

„Der angebliche Tote war ein entsorgter Weihnachtsmann aus Plastik“, erinnert sich Michael Hoffmann von der Autobahnmeisterei auch Jahre später noch schmunzelnd. Es gibt eben wenig, was die Mitarbeiter von Autobahnmeistereien auf den Straßen und Parkplätzen noch nicht gefunden haben. Oft ärgern die Hinterlassenschaften der Autofahrer auf den Parkplätzen die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien: „Wir müssen die Sachen aufräumen und auf Kosten der Allgemeinheit entsorgen“, sagt Dietmar Viehl von der Autobahnmeisterei in Rüsselsheim.

Das könne teuer und aufwendig werden, zum Beispiel, wenn Behälter mit undefinierbaren Flüssigkeiten gefunden würden. Seine Kollegen aus Baunatal und Ehringshausen können von Müll auf den Parkplätzen ebenfalls ein Lied singen. So wurden etwa auf nordhessischen Parkplätzen schon Essensreste aus Großküchen und Unmengen Fliesen entdeckt. Hoffmann hat den Eindruck, es werde immer mehr Müll illegal entsorgt.

Ausnahme sind Plastikflaschen

Eine Ausnahme sind Plastikflaschen - seit es darauf Pfand gibt, werden sie von dem Besitzer mitgenommen oder von anderen Autofahrern eingesammelt. Einige suchen sogar gezielt danach. Bei Gegenständen, die auf der Autobahn liegen, ist für die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien das Einsammeln nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich. Die entsprechende Fahrspur wird zwar abgesperrt, ein hundertprozentiger Schutz ist das aber nicht. „Da hat man schon ein mulmiges Gefühl, wenn die Lastwagen angebraust kommen“, berichtet Ziller.

Ihm selbst sei noch nie etwas passiert, doch Kollegen seien bei solchen Einsätzen ums Leben gekommen. Natürlich gibt es Standards: Im Dezember liegen Weihnachtsbäume auf der Autobahn, im Sommer sind es Fahrräder. Die Besitzer der Drahtesel melden ihren Verlust allerdings nur selten - ihnen droht schließlich Ärger, weil sie die Fahrräder nicht richtig gesichert haben. Leicht machen es dagegen die Autofahrer der Polizei, die nach einem Unfall davonbrausen und dabei das abgefallene Nummernschild vergessen.

Putzaktion in Hanau

„Groß Reinemachen“ in der Natur war am Samstag auch in Steinheim und Großauheim angesagt. Der historische Altstadtkern und die Mainauen bei Steinheim sowie die Großauheimer Mainuferpromenade wurden von rund 50 engagierten Bürgern gesäubert.

dpa

Quelle: op-online.de

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