Aus für Lahn als Lieblingsfluss der Kanuten?

Wetzlar - Die Touristiker im Lahntal sind in Sorge. Die Lahn, touristisches Aushängeschild der Region, könnte ihren Status als Bundeswasserstraße verlieren - mit gravierenden Folgen, meint der Geschäftsführer des Lahntal Tourismus Verbandes (LTV), Achim Girsig.

Südlich von Marburg sei die Lahn der beliebteste Fluss für Kanuwanderer, betonte er. Er fürchtet, dass bei einem Ausstieg des Bundes die Schleusen nicht mehr betrieben werden könnten. Bislang kümmert sich die dem Bundesverkehrsministerium unterstellte Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) um den Betrieb der 23 Schleusen am Fluss. Auch lässt die Behörde regelmäßig ausbaggern, damit die Schleusen betrieben werden können und nicht versanden.

Grund für die Sorge der Touristiker ist eine geplante WSV-Reform. Weil der Güterverkehr auf der Lahn bereits 1981 eingestellt wurde, könnte der Fluss nun den Status als Bundeswasserstraße verlieren. Die Folge: Der Bund übergibt die Verwaltung - und damit die Kosten, die Schleusen zu bedienen und zu warten - an die Länder und/oder Kommunen. Doch die seien damit überfordert, betonte Girsig. Ohne das Geld des Bundes seien die Schleusen bald nicht mehr einsatzbereit, sagt Girsig.

Das wäre laut LTV-Chef Girsig das Aus für den Kanutourismus auf der Lahn. Davon betroffen wären allerdings nicht nur Kanufahrtenveranstalter, sondern auch Gastronomie- und Hotelbetriebe. Im Lahntal hängen mehr als 10.000 Arbeitsplätze am Tourismus, der Umsatz liegt bei 1,1 Milliarden Euro pro Jahr.

dpa

Quelle: op-online.de

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