45.000 sollen streiken

Landesbeschäftigte wollen mehr Geld

Frankfurt - Die 45.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Hessen sollen am Mittwoch in den Warnstreik treten. Dazu hat sie gestern die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. Betroffen seien Regierungspräsidien, Landesbehörden und Theater, teilte Verdi mit.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte zuvor bereits angestellte Lehrer an Schulen und Hochschulen aufgefordert, die Arbeit am Mittwoch niederzulegen. Die Tarifverhandlungen für die rund 45.000 Angestellten des Landes waren am vergangenen Freitag ergebnislos auf Mitte April vertagt worden. Hessen verhandelt eigenständig für seine Beschäftigten, da es 2004 aus der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) ausgetreten war. Die Gewerkschaften verlangen ein Gehaltsplus von 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro pro Monat mehr. Innenminister Peter Beuth (CDU) hält dies für nicht finanzierbar.

Verdi plant am Mittwoch in Kassel einen Protestmarsch mit Kundgebung. Auch in Gießen und Darmstadt soll demonstriert werden. „Die Landesregierung hat kein eigenes Angebot vorgelegt“, begründete der Tarifkoordinator von Verdi Hessen, Jens Ahäuser, die Proteste. Von den parallel laufenden Verhandlungen der Tarifgemeinschaft der übrigen Bundesländer habe Hessen indirekt die Forderung übernommen, bei der betrieblichen Altersversorgung das System zu wechseln. „Das wäre für die Beschäftigten fatal“, sagte er. Auch die Universitäten Frankfurt und Darmstadt sollen sich an dem Warnstreik beteiligen. Für sie laufen zwar eigenständige Verhandlungen, zumindest in Frankfurt wird der Tarifabschluss des Landes aber übernommen. In Darmstadt sei die erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. An den hessischen Schulen rechnete ein GEW-Sprecher mit keinen größeren Auswirkungen durch den Streik, da nur etwa zehn Prozent der Lehrer in Hessen angestellt seien. An den Hochschulen ist derzeit vorlesungsfreie Zeit.

dpa

Quelle: op-online.de

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