Landesvorstandswahlen AfD in Hessen

Durchmarsch der Lucke-Gegner

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Rolf Kahnt, Albrecht Glaser und Peter Münch (von links nach rechts) wurden beim AfD-Landesparteitag zum neuen Landesvorstand gewählt.

Hofheim - Die Gegner des AfD-Bundesvorsitzenden Bernd Lucke haben bei den Landesvorstandswahlen der Alternative für Deutschland (AfD) in Hessen einen Durchmarsch hingelegt.

Zwei Wochen vor einem entscheidenden Bundesparteitag der zerrissenen Partei erhielten sie Unterstützung vom brandenburgischen Parteichef Alexander Gauland. „Wir brauchen den liberalen Flügel, aber ohne Bernd Lucke“, sagte der Bundesvize am Wochenende in Hofheim am Taunus. Die Euro-kritische Partei stehe kurz vor dem Abgrund, eine Spaltung drohe. „Ich bin völlig gegen den ,Weckruf’“, erklärte Gauland unter Applaus der Mehrheit der 350 Delegierten. Auch die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch forderte Lucke zum Rückzug auf: „Wenn man eine neue Partei begründet, kann man die alte nicht führen.“ Mit dem Verein „Weckruf 2015“ versucht Lucke, den liberalen Flügel der Partei zu organisieren und seine Gegenspielerin Frauke Petry zurückzudrängen. Sie zählt wie Gauland zum nationalkonservativen Flügel der AfD. Der Machtkampf soll am 13. Juni bei einem Bundesparteitag entschieden werden

Luckes Unterstützer in Hessen erlitten bei dem Parteitag am Samstag ihre erste Niederlage, als mit 170 zu 169 Stimmen beschlossen wurde, bei drei gleichberechtigten Vorstandssprechern zu bleiben. Die Lucke-Anhänger hatten gehofft, ihren Vertreter Hadi Riedel als einzigen Sprecher durchzusetzen. Einige „Weckruf“-Anhänger verließen das Treffen unter Protest. Bei der Vorstandswahl erzielte dann der frühere Frankfurter CDU-Kämmerer Albrecht Glaser das beste Ergebnis. Der Bad Homburger Rechtsanwalt Peter Münch kehrte in den Vorstand zurück, nachdem ihn das Schiedsgericht der Partei erst im März dieses Amtes enthoben hatte. Grund waren angeblich inkorrekte Angaben über seine Mitgliedschaft bei den Republikanern. Dritter Sprecher wurde Rolf Kahnt, AfD-Kreischef der Bergstraße.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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