Angeklagter unter Tränen

Baby zu Tode geschüttelt: Vater spricht von Unfall

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Limburg - Ein Vater hat seinen zehn Monate alten Sohn zu Tode gerüttelt. Nun steht er vor Gericht. Und plädiert auf einen Unfall.

Nach dem Tod seines Babys hat der wegen Totschlags angeklagte Vater vor dem Landgericht Limburg den Vorfall als Unfall dargestellt. Sein Sohn sei im Wohnzimmer von der Couch auf den Boden gefallen, während er in der Küche beschäftigt gewesen sei, sagte der 29-Jährige aus Runkel in Mittelhessen am Dienstag unter Tränen. "Als ich zurück ins Wohnzimmer kam, lag der Junge leblos am Boden."

Er habe dann panisch versucht, den zehn Monate alten Jungen durch Schütteln aufzuwecken. Anschließend habe er den Notarzt verständigt. Der Junge, der noch eine Zwillingsschwester hat, starb vier Tage später in einer Wiesbadener Klinik. Den Ärzten fiel auf, dass die Verletzungen des Kindes nicht von einem Sturz, sondern nur von gewaltsamem Schütteln oder Schleudern herrühren konnten. Die Verteidigung sprach von einer "misslungenen Erste-Hilfe-Maßnahme". Der Vater sagte aus, er habe den Jungen behutsam aufgehoben und bemerkt, wie der Kopf nach hinten klappte und sich die Augen verdrehten. "Ich habe ihn dann zwei- bis dreimal geschüttelt, um ihn wach zu machen." Ärzte und Gutachter ziehen allerdings diese Version in Zweifel.

Die Lebensgefährtin war während des Geschehens nicht in der gemeinsamen Wohnung gewesen. Vor Gericht nannte sie den Angeklagten einen "liebevollen Vater". Bei der Zwillingsschwester wurden Ende 2013 eine Schädelfraktur und Rippenbrüche festgestellt, die sich das Kind nach Angaben der Eltern in einer Kindertagesstätte zugezogen haben soll. Gegen beide Elternteile wird ermittelt.

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dpa

Quelle: op-online.de

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