Landrat heißt Schellhaas

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Freut sich mit Lebensgefährtin: Klaus Peter Schellhaas (SPD) wird neuer Landrat. Gegen 19.15 Uhr, als das vorläufige Endergebnis feststand, genoss er den Jubel seiner Anhänger im Sitzungssaal des Kreistags.Foto: Dörr

Darmstadt-Dieburg - Er hat's geschafft: Klaus Peter Schellhaas (SPD) ist der neue Landrat.

Mit 54,4 Prozent ließ er seinen Herausforderer Harald Buschmann (CDU), der auf 45,6 Prozent kam, hinter sich. In unzähligen Ortsterminen, Bürgergesprächen und Podiumsdiskussionen konnte der „Kronprinz“ des scheidenden Alfred Jakoubek (SPD) anscheinend doch mehr überzeugen als der gelernte Pfarrer aus Erbach, der dort Bürgermeister ist. Ein überwältigender Sieg für Schellhaas ist das Ergebnis allerdings nicht. Der Modautaler hatte auch mit dem Negativ-Image zu kämpfen, das der SPD derzeit anhaftet.

Die Landratswahl

auf der Internetseite des Landkreises

Fachlich gesehen ist Schellhaas, der hemdsärmelig und volksnah auftritt, seinem Herausforderer um etliches überlegen. Er ist seit zwei Jahren Vertreter des Landrats und konnte sich in dieser Position einen enormen Vorsprung erarbeiten.

„Ich habe die SPD im Kreis noch nie so geschlossen erlebt wie in den vergangenen Wochen“,sagte der lachende Sieger gegenüber unserer Zeitung zum Wahlausgang. Und: „Die Menschen haben einen Menschen gewählt.“ Ob ihm der „Heimvorteil“ im Landratsamt genützt hat? „Ich weiß nicht, ob der wahlentscheidend war, er hätte sicherlich auch zum Nachteil werden können.“ Auch wenn es seine dritte Direktwahl war, ging die Anspannung nicht spurlos an ihm vorüber. Und dem Ergebnis Buschmanns zollt er Respekt: „Ich habe immer gesagt, es wird eng. Buschmann hatte eine reelle Chance, so super deutlich ist das Ergebnis nicht.“

Dieser zeigt sich am Wahlabend als guter Verlierer: „Schellhaas ist ein sehr respektabler Mensch, ich wünsche ihm alles Gute. Ich habe noch nie solch einen fairen und sachlichen Wahlkampf erlebt. Dennoch tut es mir leid für die Leute, die mit mir gekämpft haben, und natürlich bin ich auch enttäuscht.“ Allerdings sei es eine „tolle Erfahrung“ gewesen. Ob er es in sechs Jahren noch mal versuchen will? „Man soll niemals nie sagen, aber meine Aufgabe als Bürgermeister ist auch sehr reizvoll.“

Ein Stich ins Herz der Kommunalpolitiker muss die Wahlbeteiligung sein: Lediglich 31,7 Prozent der Wähler interessierten sich überhaupt für die Direktwahl des Landrats, der jetzt sechs Jahre lang die Geschicke des Kreises bestimmt.

Wäre es nach den Dieburgern und Groß-Zimmernern gegangen, säße demnächst Buschmann im Chefsessel des Landratsamtes in Kranichstein. In Dieburg holte der CDU-Mann 61,3 Prozent, während Schellhaas weit abgeschlagen bei 38,7 Prozent landete. Die Wahlbeteiligung lag mit 34 Prozent etwas über dem Durchschnitt. Noch weniger Interesse hatten die Zimmner: Lediglich 28,8 Prozent gingen zur Urne. Für Buschmann votierten 51, für Schellhaas 49 Prozent.

Bei der Bürgermeisterwahl in Roßdorf hat sich Amtsinhaberin Christel Sprößler (SPD) mit 75 Prozent durchgesetzt. In Reinheim bleibt Bürgermeister Karl Hartmann (SPD) am Ruder. Für ihn votierten fast 70 Prozent.

Quelle: op-online.de

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