Landtagswahl

Linke und FDP küren Spitzenkandidaten

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Jörg-Uwe Hahn ist Spitzenkandidat der FDP für die Landtagswahl.

Bad Hersfeld/Kassel - Die FDP und die Linkspartei bereiten sich auf den Landtags-Wahlkampf vor. Beide Parteien kürten am Wochenende ihre Spitzenkandidaten.

Die hessische FDP hat ihren Vorsitzenden Jörg-Uwe Hahn zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl bestimmt. 83,3 Prozent der Parteitagdelegierten stimmten heute in Bad Hersfeld für Hahn. Sie besserten damit das mäßige Ergebnis vom Vortag nach, als sie den 56-Jährigen mit nur 73,5 Prozent der Stimmen als Landesvorsitzenden bestätigt hatten.

Kultusministerin Nicola Beer (88,9/Listenplatz 2) und Wirtschaftsminister Florian Rentsch (87,5 Prozent/Listenplatz 3) erzielten allerdings wie bei der Vorstandswahl bessere Ergebnisse als Hahn. Zweite Frau auf der Liste wurde die nordhessische Jungliberale Wiebke Reich auf Platz acht. Ab Platz neun kam es erstmals zu Kampfkandidaturen.

Hahn rief seine Partei zu einem engagierten Wahlkampf auf. "Ab diesem Wochenende wird endgültig gekämpft", sagte er. Die hessischen Liberalen hätten bewiesen, dass sie regieren können. Zu den Erfolgen zählte er die bessere Verknüpfung von Vorschule und Grundschule sowie den baldigen Beginn des islamischen Religionsunterrichts.

Linkspartei mit Janine Wissler und Willi van Ooyen

Die hessische Linkspartei wird von den Fraktionsvorsitzenden Janine Wissler und Willi van Ooyen in die Landtagswahl geführt. Ein Parteitag in Kassel setzte die 31-jährige Wissler mit 90 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Wahlliste. Gestern Vormittag beschlossen die Delegierten einstimmig das Wahlprogramm für den Urnengang am 22. September. Es gab nach Parteiangaben nur vier Enthaltungen unter den etwa 180 Delegierten.

In Hessen muss die Linkspartei nach den letzten Umfragen fürchten, aus dem Landtag zu fliegen. Wissler, die als eines der Nachwuchstalente der Partei gilt, hatte sich trotzdem gegen eine Bundestagskandidatur entschieden. Sie kündigte in einer umjubelten Rede einen heißen Wahlkampf an, der sich unter anderem gegen die neue Landebahn am Flughafen Frankfurt richten werde. Auf Listenplatz zwei wurde mit 85 Prozent van Ooyen gewählt.

"In unserem Wahlprogramm fordern wir, durch Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro jährlich über 30.000 Arbeitsplätze zu schaffen", sagte die Landesvorsitzende Heidemarie Scheuch-Paschkewitz. Damit sollten das Sozialsystem, Bildung und Umweltschutz ausgebaut werden.

Die Linkspartei will auch mehr sozialen Wohnungsbau, einen flächendeckenden Mindestlohn und ein Ende der Privatisierung staatlicher Aufgaben. Finanziert werden sollen die Ausgaben durch eine Vermögensteuer. "Die Linke kämpft von einem linken Klassenstandpunkt aus für die Verbesserung der Lebenssituation der Mehrheit der Menschen", sagte Ko-Landeschef Ulrich Wilken.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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