Landtagswahl in Hessen

Linke offen für Rot-Grün-Rot

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Janine Wissler und Willi van Oyen von der hessischen Linken.

Wiesbaden - Nach derzeitigen Hochrechnungen wird die FDP nicht im hessischen Landtag vertreten sein, die Linke hat den Wiedereinzug wohl geschafft. Eine Regierungsbildung wird schwierig, die Linke zeigt sich offen gegenüber Rot-Grün-Rot.

Die Spitzenkandidatin der Linken, Janine Wissler, hat sich nach der Landtagswahl in Hessen offen gegenüber einer Rot-Rot-Grünen Koalition gezeigt. Die neuen Mehrheiten im Parlament müssten für einen Politikwechsel genutzt werden, sagte die 32-jährige Politologin aus dem südhessischen Langen heute.

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Die Linke sei "natürlich auch bereit, darüber zu reden". Ein Regierungsbündnis von SPD, Linke und Grünen ist nach den ersten Hochrechnungen möglich, denkbar ist aber auch eine große Koalition. Die Linke zieht nach diesen Hochrechnungen mit sechs Prozent in den Landtag ein.

Der Einzug der Linken in den hessischen Landtag hat nach Einschätzung von Grünen-Landeschef Tarek Al-Wazir den Wechsel zu Rot-Grün verhindert. "Es gäbe eine rot-grüne-Mehrheit, wenn die Linken nicht drin wären", sagte Al-Wazirheute im Hessischen Rundfunk. Sicher sei jedoch: "Schwarz-Gelb ist abgewählt." Die hessischen Grünen hätten sich bei der Landtagswahl vom Bundestrend aber nicht weit genug abkoppeln können, um zusammen mit der SPD eine eigene Mehrheit zu erreichen.

Hessens FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn hat das schlechte Abschneiden seiner Partei als "ganz klare Klatsche für die hessische FDP" bezeichnet. Damit müsse die Partei umgehen, sagte Hahn heute Abend im Hessischen Rundfunk (hr). "Wir hätten das vorher erkennen müssen und haben es nicht erkannt." Die Partei sei in ein Sandwichposition hinein geraten, nach dem schlechten Abschneiden in Bayern. "Da kamen die Fragen: Kommt Ihr nicht mehr in den Landtag?". Dazu sei der "moralische Druck der Unions-Christen" auf ihre Wähler gekommen, die Zweitstimme nicht der FDP zu geben.

(dpa)

Wer in welchem Bundesland regiert

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Quelle: op-online.de

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