Landtagswahl in Hessen:

Regierungsbildung: Gespräche beginnen

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Neben der CDU der einzige Wahlgewinner: Janine Wissler von den Linken freut sich über den Wiedereinzug in den Landtag.

Wiesbaden - Nach der Landtagswahl in Hessen stehen die Parteien vor einer großen Herausforderung, denn die Regierungsbildung wird schwierig. Vertreter der Parteien haben bereits Gespräche angekündigt.

Nach der hessischen Landtagswahl mit unklaren Machtverhältnissen will die CDU als stärkste Partei mit SPD und Grünen über eine "stabile" Koalition sprechen. Es gebe aber "Hürden auf allen Seiten", räumte Generalsekretär Peter Beuth heute in Wiesbaden ein. Alle müssten "ein Stückchen über ihren Schatten springen". CDU-Regierungschef Volker Bouffier werde als Spitzenkandidat aber bei den Verhandlungen Führungsfigur der Union bleiben.

Man werde sich einem Gespräch mit der CDU nicht "verweigern", sagte SPD-Generalsekretär Michael Roth. Er kündigte an, dass seine Partei neben den Grünen auch mit der Linken sprechen werde. Wer dazu einlade und wer sich daran beteilige, stehe noch nicht fest. "Wir werden darüber zuerst einmal in den Gremien diskutieren."

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Es gebe erhebliche politische Differenzen mit der Linken, sagt Roth. Formal habe die SPD unter ihrem Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel vor der Wahl aber eine Kooperation nicht ausgeschlossen. "Wir haben jetzt sehr viel Zeit", sagte Roth. In Hessen hat Schwarz-Gelb seine Mehrheit verloren, Rot-Rot-Grün ist möglich. In Hessen ist der alte Landtag noch bis Mitte Januar im Amt.

Hessens CDU will als stärkste Partei mit SPD und Grünen über eine Koalition sprechen. Es gebe aber "Hürden auf allen Seiten", räumte Generalsekretär Peter Beuth heute in Wiesbaden ein. Alle müssten "ein Stückchen über ihren Schatten springen".  Die Spitzen der schwarz-grünen Koalition in Frankfurt halten allerdings eine hessische Landesregierung aus CDU und Grünen für unwahrscheinlich. Frankfurts CDU-Chef Uwe Becker sieht im Land mehr Schnittmengen mit der SPD als mit den Grünen. "Die Variante mit der SPD ist im Moment realistischer", sagte Becker, der auch Kämmerer im schwarz-grünen Frankfurter Magistrat ist. "Ich kann mir Schwarz-Grün im Land nicht vorstellen. Das sprengt meine Fantasie", sagte Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne).

Freude und Frust - Hessenwahl in Bildern

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Nach der schweren Niederlage der FDP bei der Landtagswahl hat derweil Wirtschaftsminister Florian Rentsch den Rücktritt des Landesvorstands empfohlen. Dies sagte der FDP-Politiker heute in Wiesbaden. Die Liberalen hatten bei den Wahlen am Sonntag massiv an Stimmen eingebüßt und waren mit 5,0 Prozent nur knapp in den Landtag eingezogen.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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