Lasst viele Zentren blühen

Heiko Kasseckert

Frankfurt ‐ Der künftige Chef des Planungsverbands Frankfurt/Rhein-Main, Heiko Kasseckert, verlangt für den Ballungsraum straffere politische Strukturen mit klaren Aufgaben. „Wir müssen unsere Kräfte bündeln, damit wir im europäischen Markt an der Spitze bleiben können“, sagte der CDU-Politiker.

Die Politik in Rhein-Main dürfe nicht weiter durch die Zersplitterung der Gremien gelähmt werden. „Die Region muss ein Gesicht kriegen.“ Dies müsse sich auch im Ballungsraum-Gesetz zeigen, das die CDU/FDP-Regierung in Wiesbaden neu fassen will.

Der 39-jährige Kasseckert tritt als Verbandsdirektor am Montag die Nachfolge von Stephan Wildhirt (SPD) an. Kasseckert ist seit zwei Jahren Erster Beigeordneter des Planungsverbands und war zuvor zwölf Jahre lang Bürgermeister von Langenselbold. Mit dem Amtswechsel übernimmt erstmals die CDU, die in der Verbandskammer die Mehrheit hat, den wichtigen Chefposten. Seit 2002 arbeiten im Verband 75 Kommunen der Region zusammen, die 2,2 Millionen Menschen vertreten.

Politik und Wirtschaft sollten in der Region auf einer gemeinsamen Plattform zusammenarbeiten, forderte Kasseckert. Der Planungsverband müsse für die Bereiche Arbeit, Versorgung und Freizeit künftig „Ansprechpartner und Koordinator“ sein. Dazu gehörten auch das Standort-Marketing für die Region, die kulturelle Kooperation und Verkehrsplanung.

In Frankfurt gibt es immer wieder Unmut wegen Eschborn

Der CDU-Politiker lehnte den vom scheidenden Verbandschef Wildhirt geforderten Regionalkreis ab. Dies würde das Ende der Eigenständigkeit der Kommunen bringen. „Wir können den Kommunen aber nicht vorschreiben, wie auf lokaler Ebene Politik stattzufinden hat.“ Auch für den von Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) favorisierten Stadtkreis hat Kasseckert keine Sympathien, da es sich nur um eine verkleinerte Form des Regionalkreises handle.

Für den Wettbewerb sei es wichtig, dass die Kommunen eigenständig seien und die Region viele Zentren habe. „Dies ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Region so lebenswert und erfolgreich ist.“ Auch unterschiedliche Gewerbesteuer-Hebesätze stärkten den Wettbewerb in der Region, meinte Kasseckert. In Frankfurt gibt es immer wieder Unmut wegen Eschborn, das mit seinen niedrigen Hebesätzen Unternehmen anlockt - zuletzt zog die Deutsche Börse AG in den Nachbarort um.

Die Identität in der Region will Kasseckert vor allem mit großen Sport- und Kulturveranstaltungen fördern - ein Beispiel sei das Deutsche Turnfest im vergangenen Jahr in Frankfurt gewesen. Auch das in Frankfurt als Anlaufstelle geplante „Haus der Region“ könne hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

dpa

Quelle: op-online.de

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