Es lebe die Nostalgie!

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Derzeit laufen die Aufbauarbeiten an der Eissporthalle. Bis zum nächsten Herbst soll die Dippemess ein völlig neues Gesicht erhalten.

Frankfurt - (mic) Es drehen sich die Karussells, es sprudelt das Frittenfett, donnert die Techno-Musik am Autoscooter, schieben sich die Besuchermassen an insgesamt 123 blinkenden und glitzernden Buden und High-Tech-Fahrgeschäften vorbei. Hurra, die Dippemesse-Zeit ist da! Nächstes Jahr in „entschleudigter“ Form.

Am morgigen Freitag beginnt die Herbst-Dippemess in Frankfurt. Bis zum 21. September. Dann allerdings ist Schluss. Der Chef der Städtischen Tourismus GmbH, Thomas Feda, der den Rummel am Ratsweg organisiert, legte jetzt die neue Marschroute für das 40 Jahre alte Spektakel fest: Die Herbst-Dippemess wird nach längerem wirtschaftlichen Niedergang endgültig beerdigt. Doch es geht weiter. Zwar wird der Name für den Nachfolger noch gesucht, aber die Leitlinie ist bereits klar.

Es soll ein neues Fest entstehen, mehr an Traditionen orientiert, beschaulicher, langsamer, weniger aggressiv, familiengemäßer und sogar für Senioren interessant. „Erntedank“ lautet der Arbeitstitel bei den städtischen Planern. Zeithorizont: fünf Jahre. Auf dem mit 40.000 Quadratmetern vergleichsweise kleinen Festplatz wird das Motto „Entschleunigung“ lauten. Auch bei der Musik gilt dann: volkstümlich, mit ein wenig Pop. Techno hat bei den Dippe ausgewummert.

Weg von Techno hin zu Nostalgie

Während die Frühjahrs-Dippemess bleibt, wie sie ist, startet der Umbau ihres Herbst-Gegenstücks Richtung Nostalgie schon im kommenden Jahr. Hier wird man die Zahl der Karussells mit extremem Nervenkitzel und Adrenalinfaktor auf nur noch zwei zurückschrauben, parallel hierzu steigert dieTourismus GmbH bei der Verteilung der Stellplätze die Zahl der Kinderkarussells, so dass sie die wegfallenden Angebote kompensieren.

Der mehr volkstümliche, an historischen Vorbildern des Rummels erinnernde neue Charakter wird auch dadurch betont, dass das große Festzelt, das „Dippodrom“, dann unmittelbar am Haupteingang die Besucher empfängt. Nichts könnte die Umorientierung des Festes besser dokumentieren wie die neue Platzierung der namensgebenden Dippe: Sie finden sich ab kommendem Herbst am östlichen Ratsweg-Eingang und rücken damit deutlich in den Vordergrund.

Die Frühjahrsdippemesse bleibt gleich

Feda spricht, wenn es um die Neukonzeption geht, von Feuerschluckern, Kinderdisco, Gauklern und zwischen 500.000 und einer Million Besuchern. Denjenigen, die sich kopfüber von gewaltigen Maschinen durch die Luft katapultieren lassen möchten, bleibt die Frühjahrs-Dippemess. Hier solle sich nichts ändern, so Feda. „Höher, schneller, weiter“ laute das Motto, die Zielgruppe seien wie bisher auch bei der Herbst-Dippemess, die jungen Leute.

Der Rummel am Ratsweg existiert seit 1968. Vorher amüsierten sich die Frankfurter und ihre Besucher aus dem Umland auf dem Römerberg. Als allerdings dort die U-Bahn gebaut wurde, mussten die Fahrgeschäfte weichen. Außerdem war der Lieblingsplatz der Frankfurter in der Altstadt zu klein geworden. Ende der 60er Jahre vollzog sich auch die Trennung in Frühjahrs- und Herbst-Rummel.

Quelle: op-online.de

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