Das Leben auf der Gass‘

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Auch in Deutschland spielt sich das Leben auf der Straße ab. Heute trägt man zwar andere Kleidung als im Jahr 1971, doch ansonsten hat sich die Szenerie vor einem Frankfurter Wasserhäuschen nicht wesentlich geändert.

Frankfurt - Mit ihren Fotos hat sie nicht nur Geschichte dokumentiert, sondern selbst Geschichte geschrieben. Vier Jahrzehnte lang war Barbara Klemm für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ als Fotoreporterin und Porträtfotografin in der ganzen Welt unterwegs. Von Christian Riethmüller

In dieser Zeit hat sie nicht nur das Frankfurter Blatt geprägt, sondern auch die Fotografie in Deutschland. Deshalb sind Klemms Fotografien ganz zu Recht längst schon im Museum angekommen.

Bereits seit 1991 sammelt das Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt Fotografien von Klemm. Die Werkgruppe ist mittlerweile auf 254 Bilder angewachsen, die den Grundstock für die gut 1600 Werke umfassende fotografische Sammlung des Museums bilden, die im kommenden Jahr in einer großen Ausstellung präsentiert werden soll.

Barbara Klemms „Straßen Bilder“ sind bis 22. November im Museum für Moderne Kunst Zollamt, Domstraße 10, in Frankfurt zu sehen. Öffnungszeiten: D, Do-So 10 bis 18 Uhr. Mi 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ein Selektion von Barbara Klemms reichem Schaffen mit wahrscheinlich vielen hunderttausend Aufnahmen ist nun in der Dependance Zollamt des MMK zu sehen, wo etwa 60 Schwarz-Weiß-Fotografien im Format 30 x 40 cm gezeigt werden, die auch für einen prächtigen Bildband mit dem Titel „Straßen Bilder“ (Nimbus, Wädenswil) ausgewählt wurden. Zu sehen sind Straßenszenen in aller Welt, ob vor einem Wasserhäuschen in Frankfurt, an einer Busstation in Johannesburg, auf einer Piste in der Mongolei oder an einem Weg in den Anden. Die Straße ist bei Klemm wie eine riesige Bühne, auf der das Personal fortwährend wechselt und dem Beobachter immer neue Facetten des menschlichen Daseins vorführt. Instinktsicher in diesem vielfältigen Motivrepertoire jenen Moment zu finden, in dem die Facetten zusammengefügt in einem Bild eine ganze Geschichte zu erzählen scheinen, ist die große Kunst Klemms, von der die sehenswerte Ausstellung einmal mehr kündet.

Quelle: op-online.de

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