Erst Lebenslang, dann Tumulte

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Eineinhalb Jahre nach einer Schießerei in einem Rüsselsheimer Eiscafé mit drei Toten muss ein 29-Jähriger wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis.

Darmstadt - Eineinhalb Jahre nach einer Schießerei in einem Rüsselsheimer Eiscafé mit drei Toten muss ein 29-Jähriger wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis.

Zwei andere Angeklagte verurteilte das Landgericht Darmstadt am Mittwoch wegen Mordversuchs zu jeweils zehn Jahren Haft. Im Anschluss an die Urteilsverkündung kam es im Gerichtssaal zu lautstarken Tumulten unter den Zuschauern. Der Vater der beiden wegen versuchten Mordes verurteilten 24 und 33 Jahre alten türkischen Brüder beschimpfte den Vorsitzenden Richter Volker Wagner. Der Mann ließ sich von seinem Anwalt kaum beruhigen.

Wagner unterbrach die Sitzung. Es wurde eine längere Urteilsbegründung erwartet. Bei dem Streit zwischen zwei verfeindeten türkischen Familien in einer Fußgängerzone waren im August 2008 zwei türkische Männer getötet worden. Auch eine unbeteiligte Griechin kam ums Leben, sie wurde von einer verirrten Kugel getroffen. Ihr Mann ist Nebenkläger. Hintergrund soll ein Streit zwischen türkischen Clans in der Türsteher-Szene des Rhein-Main-Gebietes gewesen sein. Mit seinem Strafmaß folgte das Schwurgericht im wesentlichen dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

Die Verteidiger hatten Freisprüche gefordert. Der Prozess war auch am 37. Verhandlungstag von großen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Es gab doppelte Einlasskontrollen. Zusätzlich zu den Gerichtswachtmeistern waren Polizisten eingesetzt. Schon Stunden vor dem Urteil hatten sich Einsatzfahrzeuge vor den Eingang des Gerichts postiert.

Quelle: op-online.de

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