Lebenslange Haft nach Doppelmord

Wegen Erbe: Vater und blinden Bruder erschossen

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Frankfurt - Um ein Haus erben zu können, soll ein Mann seinen Vater und seinen Bruder getötet haben. Nun wurde der 41-Jährige zu lebenslanger Haft verurteilt. Er will die Tat nicht begangen haben.

Wegen Mordes an seinem Bruder und an seinem Vater ist ein 41-jähriger Mann in Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht stellte heute außerdem die besondere Schwere der Schuld fest, damit kann der Verurteilte nicht bereits nach 15 Jahren aus der Haft entlassen werden. Nach Auffassung der Schwurgerichtskammer hatte der Angeklagte im November 2010 zunächst den Vater und später den blinden Bruder erschossen, um als Alleinerbe das Mehrfamilienhaus der Familie in Kelkheim am Taunus übernehmen zu können. Der Mann hatte die Vorwürfe stets bestritten.

Leichen auf Acker in Südfrankreich gefunden

Nach 27 Verhandlungstagen stellte die Schwurgerichtskammer fest, „dass nur der Angeklagte als Täter in Frage kommt“. Die Leichen der Opfer waren im November 2010 auf einem Acker in Südfrankreich gefunden worden, eingewickelt in Teppiche, die aus dem Haus der Familie kamen. Zur gleichen Zeit war das Mobiltelefon des Angeklagten in der Nähe eingeloggt. Er hatte dem Gericht erklärt, der Vater sei mit dem Bruder zusammen „zum Überwintern“ Richtung Süden gefahren. „Eine solche Theorie widerspricht der Wesensart des Vaters“, sagte der Vorsitzende Richter. So habe der als sehr gewissenhaft geltende Mann niemandem in der Nachbarschaft etwas von einer längeren Abwesenheit gesagt.

Die Richter gingen davon aus, dass bei beiden Taten jeweils zwei Mordmerkmale vorliegen. Darüber hinaus könne auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden, weil es zwei Opfer gebe, erläuterte der Vorsitzende Richter. Es wird erwartet, dass die Verteidigung Revision beim Bundesgerichtshof einlegt. Der Verteidiger des Mannes hatte Freispruch gefordert.

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dpa

Quelle: op-online.de

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