„Heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen“ getötet

Lebenslange Haft für Mord an Rocker im Drogenmilieu

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Frankfurt - Mit 22 Kugeln streckt ein Mann einen Kontrahenten nieder, die Tat geschieht in einem Park in Frankfurt. Auch Kinder und Spaziergänger sind dort unterwegs. Die Richter sprechen von einer „öffentlichen Hinrichtung am helllichten Tag“ und verhängen eine hohe Strafe.

Nach einer tödlichen Schießerei im Drogenmilieu hat das Landgericht Frankfurt einen 28 Jahre alten Mann zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er habe ein Mitglied einer Rockergruppe „heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen“ getötet, urteilten die Richter am Freitag. Zusätzlich stellten sie die besondere Schwere der Schuld fest, so dass eine Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen ist. Die Tat hatte sich im April vergangenen Jahres in einer Parkanlage im Frankfurter Stadtteil Bonames zugetragen. Neben dem 29 Jahre alten Todesopfer waren zwei weitere Männer von den Kugeln getroffen worden. Motiv war ein missglücktes Drogengeschäft, bei dem der Bruder des Schützen um 40.000 Euro betrogen worden war.

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Zuvor gab es eine Schlägerei in dem Park, bei der die späteren Opfer einen Bekannten des Angeklagten zusammengeschlagen hatten. „Das brachte das Fass zum Überlaufen“, sagte die Vorsitzende Richterin Bärbel Stock. Aus nur drei Metern Entfernung eröffnete der Schütze das Feuer. Dass er nicht auch wegen zweifachen Mordversuchs verurteilt werden konnte, habe daran gelegen, dass er von sich aus mit den Schüssen auf die beiden anderen Männer aufgehört habe. Dafür schoss er insgesamt 22 Mal auf den Rocker, der noch am Tatort starb. Die Richterin sprach von einer „öffentlichen Hinrichtung am helllichten Tag“ in einem Park, in dem Spaziergänger und Kinder unterwegs waren. Es hätte eine „unbegrenzte Zahl möglicher Zufallsopfer durch Querschläger“ geben können - deshalb habe das Gericht eine nur 15-jährige Haft als nicht ausreichend erachtet. Der Angeklagte nahm das Urteil äußerlich unbeeindruckt zur Kenntnis. Sein Verteidiger kündigte Revision beim Bundesgerichtshof an. Er stützt sich dabei besonders auf die seiner Meinung nach eingeschränkte Schuldfähigkeit seines Mandanten. Das Gericht hatte dies anders gesehen.

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dpa

Quelle: op-online.de

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