Verhältnis mit der Frau

Lebenslange Haft nach Schüssen auf Nebenbuhler

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Darmstadt - Neun Monate nach den tödlichen Schüssen auf einen Mann auf offener Straße hat das Landgericht Darmstadt am Freitag einen Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Tat wurde wie in der Anklage gefordert als Mord gewertet.

"Die Tat war kaltblütig. Am unmittelbaren Geschehen gibt es keine Zweifel", sagte der Vorsitzende Richter des Schwurgerichts, Volker Wagner, am Freitag. "Unstrittig ist auch, dass die Frau des Angeklagten ein Liebesverhältnis hatte." Der 34-Jährige sei schuldig, im März dieses Jahres in Darmstadt einen 50-Jährigen in der Nähe von dessen Wohnung auf der Straße getötet zu haben - mit fünf Schüssen, davon drei in den Rücken.

"Sie wollten das Opfer zum Schweigen bringen", hielt Wagner dem Mann vor. "Wer so schießt, der will töten, nichts anderes als töten." Mit dem Strafmaß entsprach das Landgericht der Forderung der Anklage, die eine lebenslange Strafe wegen Mordes gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert und kein genaues Strafmaß genannt. Sie will nun in die Revision gehen. Nach Auffassung des Gerichts hatte der Angeklagte wiederholt versucht, seine Frau zurückzugewinnen. Sie habe ihm aber die kalte Schulter gezeigt. "Er musste erfahren, dass die Beziehung zu dem Liebhaber nicht ihr Ende fand. Dann ging er hin und holte die Pistole", sagte Richter Wagner.

Der Mann sei verzweifelt gewesen, habe dem späteren Opfer aufgelauert. "Er glaubte, seine Frau verloren zu haben." Der 34-Jährige habe auch mitbekommen, "wie hinter seinem Rücken zwischen seiner Frau und dem Nebenbuhler gesprochen wird". Die Kammer erkannte in der Tat nur Heimtücke, keine niedrigen Beweggründe. Sie verzichtete auf eine besondere Schwere der Schuld. Wird sie festgestellt, ist eine vorzeitige Haftentlassung des Mörders nach 15 Jahren ausgeschlossen.

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dpa

Quelle: op-online.de

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