Tafeln: Auch in Region steigt Nachfrage

Lebensmittel aus zweiter Hand

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Es gibt inzwischen 918 Tafel-Hilfsvereine bundesweit.

Frankfurt - Tafeln, die kostenlos Lebensmittel an Bedürftige verteilen, sind in deutschen Städten weit verbreitet. Von Ronny Paul

Da die Zahl der Mittellosen und der Hilfsstellen seit Gründung der ersten Tafel in Berlin 1993 stetig steigt, ist auch die Nachfrage nach ehrenamtlichen Mitarbeitern konstant hoch. Edith Kleber, 2. Vorsitzende der Frankfurter Tafel, bestätigt das aus eigener Erfahrung: „Bei uns arbeiten 148 ehrenamtliche Mitarbeiter in zwölf Lebensmittelausgabestellen in Frankfurt und Offenbach. Ohne die wäre es nicht möglich, rund 11 000 Menschen im Monat mit Essen zu bedienen.“ Kleber ist ständig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern: „Bei uns leisten auch viele junge Menschen ein Soziales Jahr oder absolvieren ein Praktikum. Wir haben immer Bedarf an Helfern“, erzählt die Tafelmitarbeiterin.

In Frankfurt und Offenbach gebe es immer mehr sozial und wirtschaftlich schwache Menschen, die auf ergänzende Lebensmittel angewiesen seien. Die Nachfrage steige stetig, so Kleber: „Wir haben seit einem Jahr einen Aufnahmestopp für Neukunden.“ Lebensmittel werden nur an Kunden ausgegeben, die entweder den Frankfurt-Pass besitzen oder einen gültigen Hartz IV beziehungsweise einen Arbeitslosengeld-II-Bescheid vorweisen können. „Lebenssituationen ändern sich ständig, daher müssen wir jedes Jahr aufs Neue einen Anspruch unserer Kunden auf Hilfe prüfen“, erklärt Kleber. Die Frankfurter Tafel finanziert sich ausschließlich über Spenden. In unserer Region gibt es neben der Frankfurter auch in Langen, Dietzenbach und Hanau Hilfsvereine für Bedürftige. Laut Kleber seien dies vor allem Arbeitslose, Rentner und Asylbewerber.

Wegen der großen Nachfrage sorgt sich der Bundesverband Deutsche Tafel um die Zukunft seiner Essensausgaben. „Es wird eine Herausforderung sein, wenn viele von den Ehrenamtlichen, die jetzt 60 bis 75 Jahre alt sind, ausscheiden“, sagte der Vorsitzende des Verbands, Jochen Brühl, gegenüber der Deutschen Presse Agentur. Während es 2006 noch rund 600 Tafeln bundesweit gab, sind es nach Angaben des Verbandes inzwischen 918 mit insgesamt 3000 Ausgabestellen. Es kämen vermehrt Senioren und Asylbewerber zu den Tafeln, um dort Lebensmittel zu bekommen.

Quelle: op-online.de

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