Mit Ledercreme auf Weltmarkt erfolgreich

Frankfurt - Eduard Blesius blickt stolz auf die Weltkarte in seinem kleinen Büro im Allessa-Industriepark in Fechenheim. Auf ihr hat er all die Länder markiert, in denen sein erst vor zwei Jahren gegründetes Unternehmen bereits vertreten ist - Brasilien, Mexiko, Südafrika, Tunesien, Indien, Japan und Südkorea sind darunter.

Aber auch in zahlreichen europäischen Staaten werden die Produkte vertrieben, wie der Geschäftsführer der Corium Oberflächentechnik GmbH erklärt.

Mit drei weiteren Gesellschaftern hatte er zunächst die Entwicklung von so genanntem Schuh-Finish begonnen. „Ich bin kein Freund englischer Begriffe“, sagt Blesius unserer Zeitung in Frankfurt. Übersetzen lasse sich das Wort aber schlecht. Schuhe würden bei der Herstellung über Leisten gezogen, erläutert er weiter. Dabei würden beispielsweise Kratzer entstehen. „Unser Produkt baut das Leder dann auf.“ Werden die Schuhe mit dem Finish aufpoliert, beginnen sie zu glänzen. Jeder Lederschuh wird auf diese Weise verarbeitet. Corium verkauft das Finish zum Beispiel an Lloyd, Rieker und den Wanderschuh-Hersteller Meindl.

Längst hat das Unternehmen mit seinen fünf Mitarbeitern die Angebotspalette ausgeweitet. „Was für den Schuh gut ist, ist auch für andere Anwendungen gut“, berichtet Blesius. So stelle Corium mittlerweile auch Cremes für die Bekleidungs- und Möbelindustrie her. Und: „Wir bauen das Endverbrauchergeschäft auf.“ Hergestellt werden die Produkte in Lohnfertigung bei der Allessa-Chemie.

Entwickelt werden sie in angemieteten Räumen im Industriepark. Dort wird das jahrelang brach liegende Inventar genutzt. Blesius gibt sich bewusst bescheiden: „Wir haben auf üppige Strukturen verzichtet.“ Auch die Büromöbel wurden übernommen. Einzig neue Stühle hat sich das Start-up-Unternehmen gegönnt.

Geld und Energie wurden nur in die Firma gesteckt. Blesius, einst Angestellter bei der Hoechst AG und der Allessa-Chemie, hat mit den Gesellschaftern eigenes Vermögen in das Unternehmen investiert. „Ich habe Haus und Hof verpfändet.“ Von den Banken ist er enttäuscht. Sie hätten das Potenzial nicht gesehen. Der Erfolg gibt dem Geschäftsführer, der auch schon selbst mal den Kittel anzieht, wenn es in seinen Laboren klemmt, recht. Im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz in Höhe von einer halben Million Euro erwirtschaftet. In diesem Jahr hat Blesius „eine Million Euro fest im Blick“. Mittelfristig will der 46-Jährige den Umsatz auf zehn Millionen Euro erhöhen. Er profitiert bei der Expansion von seinen alten Verbindungen zu ehemaligen Hoechst-Mitarbeitern auf der ganzen Welt. Sie hätten oft Kontakte zu Schuhproduzenten in den jeweiligen Ländern hergestellt.

Corium muss sich natürlich auch gegenüber Wettbewerbern behaupten. Einen Vorteil seiner Produkte sieht Blesius in ihrer „sehr guten Qualitätskonstanz“. Zudem verwende seine Firma - anders als Konkurrenten - wenig Lösungsmittel, die Produkte seien somit umweltfreundlich. Durch die Nähe zur Allessa-Chemie könne Corium darüber hinaus enorm flexibel produzieren lassen und liefern. Die Bandbreite reiche von Kleinstmengen bis zu zehn Tonnen.

Quelle: op-online.de

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