Lehrer: Mehr Praxis gefordert

Frankfurt/Rhein-Main - Mainhausen/Frankfurt (dpa) Im Streit um die Reform der Lehrerausbildung in Hessen hat der Verband Bildung und Erziehung (VBE) ein neues Konzept für das Referendariat vorgeschlagen. Der Vorbereitungsdienst von zwei Jahren dürfe nicht verkürzt werden, die Praxisanteile sollten aber deutlich ausgebaut und die Referendare zugleich entlastet werden, forderte der VBE am Freitag in Frankfurt.

Die schriftliche Hausarbeit vor dem zweiten Staatsexamen am Ende der sogenannten Vorbereitungszeit solle entfallen und bei der Note mehr Praxis als Theorie gewertet werden, sagte der VBE-Landeschef Helmut Deckert. „Man hat ja schon im ersten Staatsexamen bewiesen, dass man wissenschaftlich arbeiten kann“, begründete dies der Lehrer-Vertreter. „Wenn ich die Besten im Lehrerberuf haben will, muss ich sie auch vor allem in der Lehrpraxis prüfen.“ Dafür sei es auch wichtig, dass die angehenden Lehrkräfte von nicht mehr als drei Ausbildern kontinuierlich betreut würden.

Die Referendare sollten zudem im Februar und im August statt wie bisher im Mai und November eingestellt werden, schlug Deckert vor. Damit könne der Vorbereitungsdienst von vier Halbjahren auf drei Semester umgestellt und anders gestaltet werden. Die Einführungs- und die Prüfungszeit sollten zugunsten von mehr Praxisanteilen verkürzt werden.

Zur Reform der Lehrerausbildung in Hessen gibt es unterschiedliche Vorschläge. Eine Arbeitsgruppe der Universitäten befürwortet die Umstellung des Studiums auf ein zehn Semester dauerndes Bachelor- und Master-Studium für die Lehrämter an allen Schulen. Die Umstellung vom Staatsexamen solle spätestens zum Wintersemester 2011/12 eingeführt werden.

Die Vereinigung der hessischen Arbeitgeberverbände (VhU) will ebenfalls auf Bachelor und Master umstellen und dazu noch eine Pädagogische Universität einrichten, die die vorhandenen Angebote bündelt. Dies trifft allerdings auf Kritik. Das Referendariat wollen die Arbeitgeber im Studium vorziehen.

Quelle: op-online.de

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