Rabiater Lehrer

Frankfurt - Bewährungsstrafe für einen Pädagogen: Der Lehrer einer Sonderschule hatte zahlreiche seiner Schüler schwer beleidigt. Einen seiner Schutzbefohlenen verletzte der 43-Jährige sogar schwer.

Wegen der gewalttätigen Übergriffe verurteilte das Amtsgericht Frankfurt-Höchst heute den Pädagogen zu einem Jahr auf Bewährung. Das Gericht ging von insgesamt 13 Taten zwischen 2007 und 2009 aus.

Als Bewährungsauflage wurde die Zahlung einer Geldbuße von 3000 Euro an eine Kinderhilfseinrichtung festgesetzt. Neben zahlreichen Beleidigungen gestand der Lehrer der teilweise als schwer erziehbar geltenden Schüler auch die schwerste Tat: Mit einer Pillendose hatte er auf einen Zwölfjährigen geworfen und diesen unterhalb des Auges getroffen. „Der Schüler hätte blind werden können“, stellte die Staatsanwältin fest.

Von Mädchen ließ er sich massieren

Einem ärztlichen Attest zufolge plagen den Schüler seither Alpträume. Anderen Schülern der fünften und sechsten Klasse stieß er mit dem Knie in den Bauch oder schlug ihnen ins Gesicht. Von Mädchen ließ er sich massieren und gab ihnen für diesen Dienst bessere Noten. Der 43-Jährige gab „erhebliche persönliche Probleme“ als Ursache für seine Ausfälle an, ohne allerdings präziser zu werden.

Derzeit nimmt er an einer psychotherapeutischen Maßnahme teil, die er - so die Bewährungsauflage - fortsetzen muss. Strafmildernd wurde ihm das Geständnis angerechnet, das den sechs betroffenen Schülern den Zeugenauftritt ersparte. Mit der einjährigen Bewährungsstrafe hat der Pädagoge nun zumindest die theoretische Chance, wieder in den Schuldienst zurückzukehren. „Ich habe gerne mit den Kindern gearbeitet. So etwas soll nie wieder vorkommen“, sagte er in seinem Schlusswort.

dpa 

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare