Leiche in Bio-Tonne: 12,5 Jahre Haft gefordert

Frankfurt - Ein Ex-Häftling, der einen Mitbewohner getötet und dessen Leiche in einer Bio-Tonne versteckt hat, soll nach dem Willen der Anklage eine lange Zeit im Gefängnis verbringen.

Der 29 Jahre alte Deutsch-Pole habe sich des Totschlages schuldig gemacht, sagte die Staatsanwältin vor dem Frankfurter Landgericht am Freitag. Die Mordanklage lasse sich nicht aufrechterhalten, weil der geständige Mann zur Tatzeit stark betrunken gewesen und damit das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe nicht gegeben sei.

Der Verteidiger beantragte eine Strafe von weniger als zehn Jahren. Bei dem 29-Jährigen und dem Opfer habe es sich um eine „heruntergekommene, verwahrloste Saufgemeinschaft“ gehandelt. Der Angeklagte soll im März vergangenen Jahres den 55-Jährigen in dessen Wohnung im Streit mit bloßen Händen erwürgt haben. Anschließend steckte er die Leiche in die Bio-Mülltonne, die auf dem Balkon stand, und wohnte noch vier Monate lang weiter in der Wohnung, so die Staatsanwaltschaft.

Der 55-Jährige hatte den Haftentlassenen bei sich aufgenommen. Bei dem Streit soll es um eine Frau gegangen sein, die der Angeklagte gegen den Willen des 55 Jahre alten Mieters auch noch in dessen Wohnung unterbringen wollte. Ermittler hatten den toten Körper in der Tonne entdeckt, nachdem der 29-Jährige wegen eines Raubüberfalls im Juli 2009 in Haft saß. Der Raub sowie eine dem Mann zur Last gelegte Urkundenfälschung sollen nach Meinung der Staatsanwaltschaft in das Urteil mit einfließen. Das Gericht will am Dienstag das Urteil bekanntgeben.

dpa 

Quelle: op-online.de

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