Innenstadtkonzept von Schwarz-Grün

Ein Leitbild für Frankfurt

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Die Ansprüche an die Frankfurter Innenstadt sind so vielfältig wie ihre Architektur. Ein Rahmenplan soll Ziele setzen.

Frankfurt - Wie soll das Frankfurt der Zukunft aussehen? Seit Jahren läuft in der Mainmetropole eine heiße Debatte über ein Konzept für die Innenstadt. Seit September liegt ein Konzept des schwarz-grünen Magistrats vor. Von Michael Eschenauer

Der parlamentarische Arm der Stadtregierung hat sich nun auf Vorschläge geeinigt, die das Gesicht von Frankfurt-City dauerhaft prägen könnten. „Es geht darum, die Bereiche Wohnen, Freizeit, Kultur, Mobilität für alle, Gewerbe und Ökologie bestmöglich zu integrieren“, waren sich die planungspolitischen Sprecher von CDU und Grünen, Nils Kößler und Ulrich Baier, einig. Der Katalog von Maßnahmen soll nach seiner Beratung im Planungsausschuss in das Innenstadtkonzept einfließen. Man hoffe, diese Entwicklungsleitlinien für Frankfurt noch vor der Sommerpause verabschieden zu können, sagten Kößler und Baier. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ist damit zu rechnen, dass zumindest Teile des interfraktionellen Antrags realisiert werden. Vordringlich sollen folgende Ideen geprüft bzw. realisiert werden:

  • Paulskirche: Schwarz-Grün will ihr Umfeld aufwerten und hierzu einen Wettbewerb veranstalten.
  • Konstablerwache: Losgelöst von der seit Jahren erfolglos diskutieren kompletten Neugestaltung wird vorgeschlagen, am östlichen Platzrand die Treppen zur B-Ebene, diverse technische Vorrichtungen und ein gastronomisches Angebot in einem „leichten, transparenten Gebäude“ zu vereinigen.
  • Wallanlagen: Dort sollen Stellen, an denen sich Spaziergänger und Radfahrer oft gefährlich nahe kommen, entschärft werden.
  • Goetheplatz/Roßmarkt: Hier soll durch ein neues Gebäude auf dem Platz eine „klare Trennung“ geschaffen werden.

Längerfristig hat man folgende Maßnahmen, die noch nicht entscheidungsreif sind, im Auge:

  • In der Innenstadt sollen die Besucher sowohl gerne verweilen als auch ausreichend Möglichkeiten an Mobilität erhalten. Deshalb soll die Barrierewirkung der Berliner Straße und der Straße am nördlichen Mainufer vermindert werden. Grundsätzlich soll die derzeitige Verkehrsführung bleiben wie sie ist. Allerdings will man den Durchgangsverkehr verlagern, um mehr Platz für Grün, Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. Priorität hat hierbei die Berliner Straße. Hier finden in den kommenden Jahren Bauarbeiten der Mainova statt. Dies führt zu einer Verminderung der Fahrspuren und wird von den Parteien als Test angesehen.
  • Kleinmarkthalle: Marktbetrieb und Markthalle sollen weiterentwickelt werden - unter anderem durch eine Öffnung oder Vergrößerung nach Süden.
  • Weitere Maßnahmen: Charakteristische Plätze und Gebäude sollen erhalten werden. Auf der „untergenutzten“ südlichen Seite der Ost-Zeil wollen CDU und Grüne großflächigen Einzelhandel ansiedeln, um den Bereich attraktiver zu machen. Die kleinen Läden will man erhalten. Die Kulturmeile Braubachstraße soll auf angrenzende Straßen ausgedehnt werden. Mit Schildern sollen Besonderheiten der Innenstadt für Besucher deutlicher markiert werden.

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Quelle: op-online.de

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