Neues Luxus-Viertel „Main Tor“

Lichtdurchflutet und sehr teuer

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Der Blick in Zukunft: Bis 2016 sollen edle Wohnungen und Büros auf mehr als zwei Hektar Grund errichtet werden.

Frankfurt - Am Mainufer wird ein neues Luxusviertel gebaut. Nach Sachsenhausen, dem West- und dem Osthafen ist das ehemalige Degussa-Gelände dran - neben dem Theater, mitten in der Stadt. Bis 2016 soll der Mix aus edlen Wohnungen und Büros auf mehr als zwei Hektar entstehen. Von Ira Schaible

. Von „der städtebaulichen Erweiterung des Bankenviertels an den Fluss“ und dem „Traum vom Leben und Arbeiten am Main“, schwärmt der Vorstandsvorsitzende des Projektentwicklers DIC, Ulrich Höller. Das Investitionsvolumen für das „Main Tor“ getaufte Areal beziffert er auf 700 Millionen Euro.

Der Blick vom Süden über die Untermainbrücke auf die Innenstadt fiel jahrzehntelang auf das abweisende und abgeschlossene Fabrikgelände der Degussa. Künftig soll ein lichtdurchflutetes und durchlässiges Ensemble aus Häusern, Außenanlagen, Gastronomie und Geschäften die Menschen locken. Das neue Stadtquartier öffne die historischen Wegeverbindungen vom Mainufer in die Innenstadt, sagt der Sprecher des Grünen-Planungsdezernenten, Mark Gellert. „Es ist auch ein schönes Projekt, weil Wohnungen in der Stadt entstehen, wo vorher nur Verwaltung war.“

„Jede neue Wohnung ist eine gute Wohnung“

Rund 3.000 Menschen sollen 2016 im „Main Tor“ arbeiten und wohnen, sagt Höller. 200 Wohnungen sind vorgesehen - etwa zur Hälfte als Eigentum und zur Miete. Zwischen 5.000 und 10.000 Euro pro Quadratmeter müssen für die auf drei Doppelgebäude verteilten Eigentumswohnungen bezahlt werden, die nicht nur am Main, sondern auch am stark befahrenen Untermainkai liegen. Der Spitzenpreis: Ein Penthouse mit mehr als fünf Zimmern für rund 2,6 Millionen Euro. 2014/2015 sollen die Eigentums- und Mietwohnungen im Inneren des Grundstücks bezogen werden können.

Zur Kritik an den hohen Preisen sagt Gellert: „Jede zusätzliche Wohnung für Frankfurt ist eine gute Wohnung.“ Notwendig seien Wohnungen für jeden Geldbeutel, und wer eine hochpreisige miete, mache eine andere frei oder nehme sie eben nicht in Anspruch. Ein Plus des Projekts sei auch die gelungene Einbindung des 1823 im Stil des Klassizismus erbauten denkmalgeschützten Hermann-Schlosser-Hauses am Main. Was die weiße Villa - jetzt Main Palais - beherbergen wird, ist noch nicht klar. Ein edles Wohnhaus oder eine Begegnungs- und Konferenzstätte schwebt Höller vor.

Es wird in die Höhe gebaut

Die Gegenwart: Derzeit dröhnen auf dem Areal am Main die Baufahrzeuge.

Sein Unternehmen habe das Gelände bereits 2006 von der Degussa gekauft. „50 Jahre war es der Hauptsitz.“ Die DIC vermietete es noch bis 2010 an die Degussa. 2011 begannen die Abbrucharbeiten, im August 2012 - wurde der Grundstein für das 70 Meter hohe Bürogebäude „Porta“ gelegt. Das Finanzunternehmen Union Investment soll darin auf zwei Dritteln der Fläche unterkommen. Die Fertigstellung ist für 2014 geplant - vorher soll das 46 Meter hohe „Primus“ fertig werden, in das die DIC ihren Unternehmenssitz verlegt.

Direkt am Main in Höhe der Brücke baut der Frankfurter Architekt Christoph Mäckler auf dem Areal „Panorama“ ein 16 Stockwerke hohes Bürohaus mit Arkadengängen und Dachterrassen. Es soll zusammen mit den Außenanlagen und dem Bürohochhaus „Winx“ im Zentrum des Projekts spätestens Anfang 2016 fertig sein. 110 Meter wird das gläserne Gebäude hoch sein. Einen höheren Bau wollte die Stadt nicht zulassen. Die Pläne stammen von dem Frankfurter Architekten Jürgen Engel, dem Vater des Masterplans für das gesamte neue Stadtquartier. Er hat unter anderem die chinesische Nationalbibliothek in Peking und die große Moschee in Algier gebaut.

dpa

Quelle: op-online.de

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