Rapper Sido in der Jahrhunderthalle

Liebliche Klänge statt Totenkopf

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Weitere Motive zum Sido-Konzert in Frankfurt in der Galerie.

Frankfurt - Poppiger Erwachsenen-Rap, „Refugees Welcome“-Botschaften, ein bisschen Jägermeister und die Schwiegermama als Anstands-Dame im Publikum: Zum Start seiner „Liebe Live“-Tour gibt sich „Löwenzahn“ Sido in der ausverkauften Jahrhunderthalle eher handzahm. Von Peter H. Müller

Eine richtig gute Hip- Hop-Show brennt er mit einer ganzen Entourage an Kumpels dennoch ab – nur eben geläuterter als noch zu Zeiten der silbernen Totenkopf-Maske. Rund 4 200 Fans in Frankfurt sind restlos begeistert. Paul Hartmut Würdig alias „Sido“ scheint die wildesten Rüpel-Phasen hinter sich zu haben und outet sich mit 34, noch dazu als werdender Papa, sogar gerne mal als Biedermann mit Häuschen im Grünen. Was diese wundersame Wandlung für seine Street Credibility und die ganz harte Fan-Gemeinde bedeutet, ist noch nicht abschließend überliefert. Sicher scheint: Sein neuestes Album „VI“, auf dem er u.a. mit Andreas Bourani ins All startet, schreibt den Image-Wechsel durchaus fort.

Gleiches gilt für den Tourstart. Sido hat dafür eine ganze Mannschaft an kompetenten Kumpels mobilisiert: zwei DJs, die Rap-Kollegen MoTrip, JoKa und B-Tight, einen Pianisten(!), diverse Back-Vokalisten und Singer-/Songwriter Adesse. Derart liebliche Klänge hat man bei Sido wirklich selten gehört. Was nicht gleich bedeutet, dass der Berliner Bartmann mit dem Faible für Willkommenskultur nun gleich ein Kandidat für den Friedensnobelpreis werden könnte.

Konzert von Sido in der Jahrhunderthalle: Bilder

Quelle: op-online.de

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