Internet-Polizei in Hessen wird offensiver

Offenbach (psh) - Seit dem 1. Januar bekämpft eine neue Abteilung im LKA Verbrecher in der digitalen Welt. Unter dem Titel „luk-Einsatz und Cybercrime“ arbeiten laut Ministerium mehr als 70 IT-Experten, Informatiker und Fachingenieure.

Durch die Bündelung der Kompetenzen in einer Abteilung erhofft man sich im Ministerium mehr Schlagkraft. „Mit modernsten Einsatz- und Operativtechniken gehen wir konsequent den Weg weiter, den wir in Hessen bereits 2007 als erstes Bundesland mit der Einführung der Internetkommissariate in den Flächenpräsidien und der ,Task-Force-Internet’ eingeschlagen haben“, so Innenminister Boris Rhein (CDU) in Wiesbaden bei der Vorstellung des Projekts.

Die Frage: „Wer hat mit wem kommuniziert?“, sei zentraler Baustein in Ermittlungen, um beispielsweise Mitglieder von Kinderpornoringen zu identifizieren. Neben Auswertung und Recherchewerden will sich die Internet-Polizei in Zukunft noch mehr damit beschäftigen, Kommunikationsprofile von Straftätern zu erstellen.

Über 5000 Phishing-Vorfälle

„Wir begegnen mit der neuen Abteilung der rasanten Entwicklung im Bereich der Internetkriminalität“, ist Rhein überzeugt. Im Jahr 2011 zählte die Polizei 17.950 Fälle von Cyberkriminalität, ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010. Die Aufklärungsquote lag nach Angaben des Innenministers bei 65,3 Prozent.

Mittlerweile wird der jedes Jahr durch Cyberkriminalität verursachte Schaden in Europa laut Interpol auf 750 Milliarden Euro geschätzt. Deutsche Behörden meldeten zuletzt weit über 5000 Phishing-Vorfälle, also das Ausspähen von Benutzerdaten und Passwörtern. Das EU-Zentrum gegen Cyberkriminalität soll ab Januar 2013 unter dem Dach von Europol den Betrieb aufnehmen und die Kontrolle über die Daten aller EU-Länder sicherstellen. psh

Quelle: op-online.de

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