LKA-Chefin soll aussagen

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Sabine Thurau

Frankfurt ‐ Unangenehmer Auftritt für Sabine Thurau: Die Präsidentin des hessischen Landeskriminalamtes (LKA) muss in einem Prozess um vermeintliche Missstände bei der Frankfurter Polizei als Zeugin in eigener Sache aussagen. Von Ralf Enders

Dies teilte der Vorsitzende Richter der 4. Zivilkammer am Landgericht Frankfurt, Christoph Hefter, gestern mit. Der Verhandlungstermin ist am 10. November dieses Jahres.

In dem Verfahren, dessen Wellen bis in die Landespolitik schlagen, erhebt Jochen Z., ehemals ranghoher Kriminalbeamter in Frankfurt, schwere Vorwürfe gegen den Frankfurter Polizeipräsidenten Achim Thiel und seine ehemalige Stellvertreterin Thurau. Es geht um Mobbing, Denunziantentum und öffentliche Demontage. 2005 und 2006, so Z., hätten Kollegen nach Dienstschluss monatelang sein Büro durchwühlt auf der Suche nach belastendem Material. Gefundene Unterlagen übergaben sie der Frankfurter Polizeispitze. Thiel und Thurau hätten sich daraufhin ohne Prüfung von Z. distanziert und ihn auch öffentlich vorverurteilt. Ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen Z. wurde eingestellt, er gilt als unschuldig. Dennoch wurde der ehemalige Leiter der Personenfahndung als Sachbearbeiter mit niedrigeren Bezügen nach Offenbach versetzt. Er verlangt vom beklagten Land Hessen Schmerzensgeld in Höhe von 30 000 Euro.

Beim nächsten Verhandlungstermin im November soll sich Thurau vor Gericht zu dem Vorwurf äußern, sie habe am 29. März 2006 erklärt, Z. sei in „schwere kriminelle Machenschaften“ verstrickt. Zudem soll es um ein Interview Thiels mit „Bild“ gehen, in dem der Frankfurter Polizeipräsident von dem Vorfall als „Sauerei“ sprach. Insgesamt sind elf Polizisten als Zeugen geladen, die meisten davon auf Antrag von Z. Thiel ist nicht darunter. Thurau wollte sich auf Anfrage unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht zu dem Vorgang äußern.

Die 55-jährige Thurau ist seit März dieses Jahres LKA-Chefin. Vor ihrer Frankfurter Zeit arbeitete sie unter anderem von 1977 bis 1987 im Offenbacher Präsidium.

Quelle: op-online.de

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