„Loop 5“: Stau-Chaos überwunden?

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Der Einbahnstraßenring führt um das Einkaufszentrum. Hier kann es speziell an Samstagnachmittagen zu Staus kommen. Auch das Parkhaus stößt bisweilen an seine Kapazitätsgrenzen.

Weiterstadt ‐ Im Namen des Shopping-Riesen „Loop 5“ in Weiterstadt bei Darmstadt versteckt sich bereits der Hauptzubringer, der Tag für Tag tausende Autos in das Industriegebiet spuckt und nach der Jagd auf die Schnäppchen wieder aufnimmt: die Autobahn A5. Von Jens Dörr

Auf der Abfahrt gen Weiterstadt hieß es an den ersten Samstagen nach der Eröffnung des Einkaufs-Centers Anfang Oktober: Nichts geht mehr. Zeitweise musste die Abfahrt dort gesperrt werden. Ergebnis waren leicht chaotische Zustände und Wut, die sich an den eingesetzten Polizeibeamten entlud. Mancher Weiterstädter, der gar nicht bummeln, sondern einfach nur nach Hause wollte, musste da auf die nächste Abfahrt der A5 zurückgreifen – und einen Umweg von rund 20 Kilometern in Kauf nehmen, so er denn in seine wirtschaftlich florierende Heimatstadt gelangen wollte.

Floriert hat das „Loop 5“, das vor allem vor seiner Eröffnung weit über den südhessischen Raum hinaus für Gesprächsstoff sorgte, in den nun knapp zwei Monaten seit der Eröffnung zweifelsohne. Bis zu 100.000 Besucher pro Tag kamen kurz nach der Eröffnung, auch danach waren es stets 40.000 bis 60.000 Menschen. Dies ist beachtlich, auch wenn nicht alle Einkaufstüten nach draußen tragen und oft einfach nur zum Flanieren kommen.

Parkhaus platzte aus allen Nähten

An Samstagen, laut Betreiber die am besten frequentierten Tage im „Loop 5“, stieß nicht nur die A5-Abfahrt, auf der sich Rückstaus bildeten und die entsprechend zum Gefahrenherd für den fließenden Verkehr auf der stark befahrenen Autobahn wurde, an ihre Grenzen. Auch das Parkhaus platzte trotz seiner Kapazität für 3.000 Autos aus allen Nähten.

Problempunkt in der Vergangenheit: die A5. Rechts unten ist die Abfahrt zu erkennen, die manchmal gesperrt werden musste, im Hintergrund stehen die beiden Weiterstädter Riesen Segmüller und Metro.

Das geschah meist ziemlich plötzlich, in der Regel gegen 13 Uhr“, sagt Thomas Bauer. Als Leiter des Dritten Reviers im Polizeipräsidium Südhessen ist er auch für Weiterstadt zuständig und arbeitete mit seinen Kollegen schon lange vor der Eröffnung des „Loop 5“ auf die neue Herausforderung hin. Da sei selbst dieses gigantische Parkhaus, das sich nur einen Steinwurf von der A5 entfernt erhebt, komplett dicht gewesen. „Einige Unentwegte sind wieder in den Einbahnstraßenring um das Center herum gefahren und haben sich immer wieder angestellt, nachdem sie nicht mehr ins Parkhaus kamen“, schmunzelt Bauer. Einige hätten sich sicherlich auch auf die Parkplätze anderer großer Geschäfte rings um das „Loop 5“ herum gestellt.

Auch Helmut Biegi, Leiter der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg, hat festgestellt: „Fünfeinhalb Tage in der Woche läuft es mit dem Verkehr rund um das Center völlig unproblematisch.“ Erst ab dem späten Vor- oder frühen Nachmittag des Samstags werde es hektisch, komme es zu Sperrungen. Zwei bis drei Personen säßen durchschnittlich in jedem Auto, die dann auch mal abgewiesen werden müssten.

Erstaunlich aber: An den vergangenen Samstagen der Vorweihnachtszeit, die nach einer kleinen Verschnaufpause einen erneuten Ansturm auf das „Loop 5“ erwarten ließen, musste die A5 nicht gesperrt werden. Auch das Parkhaus blieb knapp unter seiner maximalen Auslastung, und der Verkehr auf der von Darmstadt andienenden Bundesstraße 42 lief in geregelten Bahnen. Und das, obwohl letztere auch den Weg für tausende Kunden des Möbelhauses Segmüller und vieler weiterer Mode-, Möbel- und Elektronikmärkte im Weiterstädter Industriegebiet darstellt. „Der Verkehr war zwar kräftig, wir waren aber überrascht davon, dass ein Chaos ausgeblieben ist“, sagt Revierleiter Thomas Bauer. Seiner Einschätzung nach könnte das damit zu tun haben, dass sich viele Neugierige das „Loop 5“ bereits in den ersten Wochen angeschaut hätten und nun auch die Weihnachtsmärkte der Region Menschen abziehen würden.

Verkehrssituation ist im Griff

Die Zusammenarbeit mit dem Center Management, der Verkehrsplanung, der Stadt Weiterstadt im Allgemeinen und dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen jedenfalls habe sich ausgezahlt, sagen Bauer und Helmut Biegi unisono. Man habe die Verkehrssituation im Griff, die Worst-Case-Szenarien seien nicht eingetreten. Auch von Kunden des Öffentlichen Personennahverkehrs seien keine Klagen gekommen. Sonstige Mehrbelastungen der Polizei – etwa durch Diebstähle im „Loop 5“ hielten sich ebenfalls in Grenzen. „Wir müssen da nicht jeden Tag hinfahren, auch wegen des Sicherheitsdienstes vor Ort“, erläutert Bauer.

„Interessant“ – so nennt es wiederum Biegi – könne derweil noch der 6. Januar werden. Am Tag der Heiligen Drei Könige erwartet man in Südhessen viele Kunden aus Bayern und Baden-Württemberg, wo Feiertag ist.

Quelle: op-online.de

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