Sozialer, ökologischer und kultureller Bereich

Bundesfreiwilligendienst: Lücken rasch geschlossen

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Zupackende Hände werden für den Einsatz beim Roten Kreuz gesucht.

Offenbach - Sie werden Bufdis genannt, sind in der Gesundheits- und Altenpflege eingesetzt, genauso wie in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Wohlfahrtspflege, im Umwelt-, Naturschutz und in weiteren Bereichen. Von Harald H. Richter

Über 43.000 Frauen und Männer jeden Alters leisten zurzeit Bundesfreiwilligendienst (BFD) und engagieren sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich, auf kommunaler Ebene, im Sport, im Bereich der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz.

Nach Aussetzung des Wehrdienstes und damit auch des Zivildienstes hat der neu geschaffene Bundesfreiwilligendienst rasch geholfen, jene personellen Lücken zu schließen, die sich aus dem Wegfall des Zivildienstes ergaben. „Nach nur zwei Jahren hat er sich etabliert und ist zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden“, freut sich Helga Roesgen, Präsidentin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln (BAFzA), wo sämtliche Fäden zusammenlaufen. „Seit Juli 2011 haben schon über 100.000 Menschen eine Vereinbarung unterzeichnet.“

Gestecktes Ziel von 35.000 Bundesfreiwilligen

Das von der Bundesregierung gesteckte Ziel von 35.000 Bundesfreiwilligen war bereits im Februar 2012 erreicht worden. Teilweise gab es sogar einen Bewerberstau. Für die Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages, Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse, wirkt die Kontingentierung des Bundesfreiwilligendienstes durch den Bund beim weiteren Ausbau freilich wie ein Bremsklotz. Sie sollte aufgehoben werden, um allen Interessierten die Chance zu geben, sich zu engagieren.

Bundesweit verrichten aktuell 43.584 Menschen Bundesfreiwilligendienst. Knapp 26.000 davon sind jünger als 27 Jahre. Für Hessen verzeichnet das Bundesamt 1952 besetzte Stellen, das sind 179 mehr als im Vormonat gewesen. 164 BFDler gehören hierzulande zur Altersgruppe 50 plus. Das Geschlechterverhältnis ist ausgewogen.

Freiwilliges Soziales Jahr

Und auch die Jugendfreiwilligendienste gehen deutlich gestärkt aus der Entwicklung hervor: Mehr als 50.000 Jugendliche nutzen derzeit die Möglichkeit eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) oder Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD).

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„Eine einzigartige Erfahrung“

Jeder, der die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat, kann sich im BFD einbringen – je nach Bundesland mit 16, manchmal auch schon mit 15 Jahren. Die jungen Freiwilligen erwerben und vertiefen ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen. Ältere Menschen geben ihre Lebenserfahrung an andere weiter, können über ihr Engagement auch nach dem Berufsleben mitten im Geschehen bleiben.

Der Bundesfreiwilligendienst dauert in der Regel zwölf Monate, mindestens jedoch ein halbes Jahr und höchstens 18 Monate. In Ausnahmefällen kann er auf 24 Monate ausgedehnt werden. Einsatzstellen werden von gemeinwohlorientierten Einrichtungen angeboten. Dazu zählen Mitgliedseinrichtungen der Wohlfahrtsverbände, aber auch nicht-verbandsgebundene Krankenhäuser und Pflegeheime, Kitas, Schulen, Jugend-, Senioren und Behinderteneinrichtungen. Ferner sind BFDler in Museen und Kultureinrichtungen tätig.

Taschengeld für den freiwilligen Dienst

Da es sich um freiwilligen Dienst handelt, bekommen sie lediglich ein Taschengeld, wobei die Einsatzstellen entscheiden, wie hoch dieses ausfällt. Die Höchstgrenze liegt bei monatlich 348 Euro. Berufskleidung, Unterkunft und Verpflegung können gestellt bzw. Kosten dafür erstattet werden. Die Einsatzstellen übernehmen die Beiträge zu Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Bei der Bildungsmesse „Horizon“ in der Mainzer Rheingoldhalle (9./10. November) informiert das Bundesamt über Möglichkeiten. Es gibt aber auch regionale Berater. So kümmert sich Gabriele Schwarze-Tufic (Bad Vilbel) um Interessierte aus der Stadt und dem Kreis Offenbach und begleitet während des Dienstes Freiwillige sowie Einsatzstellen. Friedhelm Fleer (Stadtallendorf) ist als Ansprechpartner für Dienstleistende u.a. aus dem Main-Kinzig-Kreis zuständig.

Quelle: op-online.de

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