Keine Klage der Lufthansa

Nachtflugverbot akzeptiert

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Lufthansa ihrerseits unternehme alles, um nicht mit ihren Maschinen in das Nachtflugverbot zu laufen, so , Passage-Vorstand Kay Kratky.

Frankfurt - Endgültig akzeptiert hat die Lufthansa das Nachtflugverbot an ihrem zentralen Drehkreuz Frnkfurt nach dem schriftlichen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts.

Die Lufthansa akzeptiert das Nachtflugverbot an ihrem zentralen Drehkreuz Frankfurt, verlangt aber gleichzeitig weichere Regeln für späte Starts. Man respektiere die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts und werde gegen die ergänzte Planfeststellung des Landes Hessen nicht weiter juristisch vorgehen, sagte Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer am Dienstagabend in Frankfurt. Gleichzeitig verlangte er aber eine weniger strikte Auslegung der Regeln für Spätstarts.

Es müsse verhindert werden, dass regelmäßig Passagiere wegen geringer Verspätungen in Frankfurt strandeten, erklärte Lauer. Seit Einführung des Nachtflugverbots im Oktober vergangenen Jahres sei dies bereits 20 000 Menschen so ergangen. Die Regelung müsse mehr Rücksicht auf die Interessen der Passagiere nehmen und sich an den international üblichen Standards orientieren.

Spätstarts zwischen 23 und 24 Uhr sind in Frankfurt nur noch unter sehr engen Voraussetzungen erlaubt, wenn die Verspätungen eindeutig außerhalb der Verantwortlichkeiten der Airlines liegen, wie zum Beispiel bei aktuell schlechtem Wetter.

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Lauer mahnte die Ausbaugegner, selbst das höchstrichterlich bestätigte Mediationsergebnis mit einem Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr anzuerkennen. Das Gericht in Leipzig habe mit seinem Urteil aus dem April eben auch 133 Flugbewegungen in den beiden Nachtrandstunden genehmigt. Die Ausbaugegner verlangen aber eine zeitliche Ausweitung des Verbots.

Lufthansa ihrerseits unternehme alles, um nicht mit ihren Maschinen in das Nachtflugverbot zu laufen, ergänzte Passage-Vorstand Kay Kratky. Mit dem Winterflugplan rolle der letzte Jet planmäßig um 22.15 Uhr von den Blöcken, derzeit noch um 22.30 Uhr. Lufthansa habe nicht nur zahlreiche Flüge vorverlegt, sondern auch 49 Spätflüge in der Woche ab Frankfurt gestrichen, um Puffer in der letzten Betriebsstunde zu schaffen. "Das kostet uns Millionen", sagte Kratky.

Die Landespolitik reagierte positiv auf den Klageverzicht. Wirtschaftsminister Florian Rentsch begrüßte die Entscheidung "außerordentlich". Sie sei im Sinne des Rechtsfriedens sowie der Anwohner und bestätige das schnelle Vorgehen der Landesregierung nach dem Urteil von Leipzig. Aufweichungen der 23-Uhr-Grenze hat die Landesregierung bislang strikt abgelehnt.

Oppositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) lobte die Lufthansa für den "Schritt in die richtige Richtung". Es gehe darum, das von der Landesregierung zerstörte Vertrauen der Menschen wiederherzustellen. "Auf diesem Weg ist das Signal der Lufthansa, auf eine Klage zu verzichten und im Winter-Flugplan Jets planmäßig nur bis 22.15 Uhr starten zu lassen, sicher ein wichtiger Mosaikstein", erklärte der SPD-Chef in einer Mitteilung.

dpa

Quelle: op-online.de

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