Lichtzauber in der Region

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Der Commerzbank-Tower leuchtet über der Stadt.

Frankfurt/Rhein-Main - Nacht ist schon hereingesunken, schließt sich heilig Stern an Stern, große Lichter, kleine Funken, glitzern nah und glänzen fern… Von Christian Riethmüller

Die Lichter glitzern sogar „im See sich spiegelnd“, wenn man die kleine Wasserfläche an der Frankfurter Wallanlage hinter der Alten Oper als solchen bezeichnen möchte. Frankfurts berühmtester Sohn - Johann Wolfgang Goethe - und seine Verse aus dem „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ kommen einem beim Betrachten der Installation „hive - Schwarm“ in den Sinn. Diese Installation wirkt in einem Moment wie das Himmelszelt, um sich im nächsten Augenblick in einen Schwarm silbriger Fischleiber zu verwandeln. Für die unterschiedlichen Betrachtungsweisen sorgen über 1000 einzeln ansteuerbare LED-Leuchten, die als sich selbst organisierendes System aufeinander reagieren.

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Luminale im Rhein-Main-Gebiet

Die Installation „hive“ gehört zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten unter den mehr als 150 Veranstaltungen, mit denen Frankfurt, Offenbach und die Rhein-Main-Region noch bis zu diesem Freitagabend (16. April) die „Luminale 2010 - Biennale der Lichtkultur“ zelebrieren. „Die Region ins rechte, ins richtige Licht gerückt“, lobte Heiko Kasseckert, Direktor des Planungsverbands Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main bei der offiziellen Eröffnung der Luminale am Sonntagabend in Frankfurt die vielfältigen Unternehmungen, den städtischen Raum mit Licht neu zu definieren. Die Gelegenheit, Vertrautes mit anderen Augen zu sehen, bietet sich etwa bei einem abendlichen Spaziergang in Frankfurt entlang der Wallanlagen. Das ist jener Grüngürtel um die Innenstadt, auf dem einst die Stadtmauer stand. Besonders auf der Strecke zwischen dem Willy-Brandt-Platz und Eschenheimer Tor sind zahlreiche Installationen zu bestaunen, darunter auch „hive“. Nahe der U-Bahn-Station „Eschenheimer Tor“ wird im Tiefgarten hinter dem Hotel „Fleming“ jeden Abend um 21 Uhr eine Feuershow mit Performance geboten. In geballter Form sind Luminale-Projekte außerdem im Palmengarten sowie um den Hauptbahnhof in Frankfurt herum zu bestaunen. In Offenbach ist die Heyne Fabrik in der Ludwigstraße ein Luminale-Zentrum. Außerdem sind am Hafen etliche Installationen zu sehen.

Für einige wenige Installationen muss noch nicht einmal die Nacht hereinsinken. Ein Projekt in der U-Bahn-Station Willy-Brandt-Platz verspricht „Licht am Ende des Tunnels“ und inszeniert auch tagsüber den wichtigen Verkehrsknotenpunkt nicht nur als Ort des Transits, sondern auch unter Berücksichtigung des benachbarten Schauspiels Frankfurt. Von dort ist es übrigens nicht mehr weit zu den Goethes im Großen Hirschgraben und damit auch zum immerwährenden Motto für alle Luminalen. Denn was sollen Johann Wolfgang Goethes letzte Worte gewesen sein? Genau. „Mehr Licht“.

Quelle: op-online.de

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