„Magic of the Dance“ in der Alten Oper

Heißer Tanz und zu viel Symbolik

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Das Ensemble von „Magic of Dance“ bei einem Gastspiel im Hanauer Amphitheater 2014.

Frankfurt - Keine Frage, Tanzveranstaltungen sind derzeit total angesagt. Klassisches Ballett, Modern Dance, Körperkunst à la „Momix“, Latin-Erotik oder getanzte Kampfkunst aus Fernost: Der Saal ist stets voll. Von Maren Cornils 

Das ist bei „Magic of the Dance“ in der Alten Oper Frankfurt anders. Der Große Saal der Oper weist, was selten genug vorkommt, viele freie Plätze auf, und auch die Begeisterung des Publikums will sich nur zögerlich einstellen. Die Schuld der Tänzer ist das nicht. Im Gegenteil: Die Mitglieder des zwölfköpfigen Ensembles – Choreografie John Carey – wirbeln wie Derwische durch die Luft, steppen sich die Seele aus dem Leib und lassen in atemberaubenden Formationen die Absätze knallen, dass es eine Freude ist. Woran „Magic of the Dance“ krankt, ist die auf die Kraft der Symbolik vertrauende, getanzt allerdings etwas wirr daherkommende Story um ein irisches Liebespaar, das in den 1920er Jahren der Armut auf der Grünen Insel zu entgehen sucht und mit dem Schiff in die Neue Welt übersetzen will.

Fröhliche irische Musik ist an diesem Abend zu hören, aber auch Mönchsgesänge, Charleston und wilde Trommelwirbel sowie immer wieder längere Passagen einer Musik, die man als Hintergrundberieselung aus Kaufhäusern und Telefonwarteschleifen kennt, in einer Lautstärke, dass es noch im hinteren Saalbereich unangenehm in den Ohren schrillt. Auch die aus dem Off von Ex-„Dracula“ Christopher Lee gesprochenen Kommentare sind aufgrund der Übersteuerung kaum zu verstehen.

Symbolisch ist vieles in dieser Show: Immer wieder werden keltische Kultzeichen eingeblendet, Mönche in langen Kutten schwingen vor einer auf die Leinwand projizierten Feuerbrunst Fackeln, so dass man sich ein wenig in „Der Name der Rose“ versetzt fühlt. Dazu gibt es Tanzduelle, bei denen geradezu die Funken zu sprühen scheinen. Sekundenlang ist mitunter nichts als das Stakkato-Klackern der Absätze zu hören, dann setzt die Musik ein und die Tänzer wirbeln wieder über die Bühne.

Ein tänzerisch sehenswertes, gut choreografiertes Spektakel mit zum Teil mitreißender Musik und tollen Darstellern, denen man kaum ansieht, wie schweißtreibend die Angelegenheit ist. Was neben dem übersteuerten Ton nervt, ist der Versuch, die Story mit allerlei mystischem Unsinn zu überfrachten. Etwas weniger wäre vielleicht mehr gewesen.

Quelle: op-online.de

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