Verwaltungsgerichtshof muss entscheiden

Kinzigtal wehrt sich vor Gericht gegen Fluglärm

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Kassel/Frankfurt - Über das Kinzigtal fliegen zahlreiche Flugzeuge, bevor sie in Frankfurt landen. Die Kreisverwaltung sieht wegen eines neuen Anflugverfahrens eine unzumutbare Lärmbelastung. Nun sind die obersten hessischen Verwaltungsrichter am Zug.

Ein weiteres Mal ist eine Flugroute am Frankfurter Flughafen auf den juristischen Prüfstand gekommen. Der hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel beschäftigte sich am Dienstag mit der Frage, in welcher Höhe Maschinen beim Landeanflug auf Frankfurt über das Kinzigtal fliegen dürfen. Geklagt hatten der Main-Kinzig-Kreis und ein Anwohner.

Mit Inbetriebnahme der neuen Nordwestlandebahn im Oktober 2011 war ein neues Landeanflugverfahren festgelegt worden. Seitdem fliegen die Maschinen rund 300 Meter niedriger als vorher über das Kinzigtal. Der Kreis sieht sich dadurch einer höheren Lärmbelastung ausgesetzt und fordert deshalb die Rückkehr zu den früheren Flughöhen. Ob noch am Dienstag ein Urteil bekanntgegeben wird, war zunächst unklar.

„Es wird immer jemand von Lärm betroffen sein“

Zunächst ging es in der Verhandlung um Messstationen und -Ergebnisse. „Es wird immer jemand von Lärm betroffen sein“, stellte die Vorsitzende Richterin klar. Flugverfahren seien in erster Linie ein Sicherheitsinstrument und für eine flüssige Verkehrsabwicklung da.

Der Direktor des Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, Nikolaus Herrmann, sagte, das Kinzigtal liege außerhalb der Zone unzumutbaren Fluglärms. Nach Ansicht des Ersten Beigeordneten des Main-Kinzig-Kreises, Andre Kavai, gibt es aber Alternativen zur bisherigen Praxis. Die wollte das Gericht am Nachmittag erörtern.

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Der VGH hat bereits öfter über Klagen gegen Flugrouten am Frankfurter Flughafen verhandelt. Anfang September kippte er die Südumfliegung, im April hatte er dagegen den sogenannten nördlichen Gegenanflug bestätigt. In der kommenden Woche steht eine Klage der Stadt Offenbach gegen den sogenannten Endanflug auf dem Programm der Richter.

dpa

Quelle: op-online.de

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