Landrat des Main-Kinzig-Kreises für kommunalpolitisches Engagement ausgezeichnet

Pipa bekommt Bundesverdienstkreuz

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Gelnhausen - Erich Pipa, Landrat des Main-Kinzig-Kreises, bekommt heute das Bundesverdienstkreuz am Bande. Ausgezeichnet wird er für sein kommunalpolitisches Engagement. Seine Haltung in Sachen Flüchtlinge, für die er heftig angefeindet und bedroht wurde, spielt bei der Entscheidung indes keine Rolle.

Über eine besondere Ehrung darf sich Erich Pipa freuen. Der Landrat des Main-Kinzig-Kreises wird heute um 16.30 Uhr in Gelnhausen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Den Verdienstorden bekommt er für sein kommunalpolitischen Einsatz. Sein Engagement für Flüchtlinge, das ihm heftige Kritik und sogar Drohungen einbrachte, hat indes keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt.

Pipa hatte sich Mitte des Jahres offen für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge in die Erstaufnahmeeinrichtung in Schlüchtern gezeigt. Die "Initiative Heimatschutz Kinzigtal" drohte dem Verwaltungschef daraufhin, dass ihn jemand aus dem Weg räumen könnte. Pipa stand zeitweise unter Polizeischutz. Auch heute noch prüfe die Polizei seine Termine auf mögliche Gefahren. "Es ist manchmal ein komisches Gefühl. Aber ich versuche, es zu verdrängen", sagte Pipa. "Weniger Termine zu absolvieren, ist auch keine Lösung."

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Die in Teilen der Bevölkerung feindliche Stimmung gegen Flüchtlinge hat in Hessen nach Pipas Beobachtung Spuren auch bei anderen Politikern hinterlassen. "Es gibt Kommunalpolitiker, die mittlerweile immer mehr Angst haben, sich zu engagieren. Einige sagen mir: Lass' mich in Ruhe mit dem Thema", verriet der Präsident des hessischen Landkreistages am Montag. Der Landrat des Main-Kinzig-Kreises reagierte bestürzt auf das Attentat auf die neu gewählte Kölner Oberbürgermeisterin. Henriette Reker war am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung aus vermutlich fremdenfeindlichen Motiven von einem Angreifer niedergestochen worden. "Die Brandbeschleuniger der AfD und Pegida beginnen nun vor Ort zu wirken", sagte der Sozialdemokrat. "Ich wundere mich, dass unsere Staatsorgane dieser Hetze mit Galgen für Politikern nicht schneller nachgehen."  

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dpa/ses

Quelle: op-online.de

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