Mainmetropole punktet beim Umweltschutz

Frankfurt - Gute Noten gibt es jetzt für die deutschen Großstädte im Umweltschutz. Im Europa-Vergleich können sich zehn von zwölf deutschen Metropolen sehen lassen. Von Peter Schulte-Holtey 

Dies geht aus einer Studie des britischen Instituts Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag von Siemens hervor. „Überdurchschnittlich gut“ werden Berlin, Bremen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg und Stuttgart bewertet. Nur Essen und Köln gelten beim „German Green City Index“ als durchschnittlich. Bereits 2009 hat das britische Institut im Auftrag von Siemens 29 europäische Metropolen unter die Lupe genommen.

Anteil der erneuerbaren Energien ist am höchsten

Besonders stark sind die großen deutschen Städte beim Wassersparen, dem Abfall-Recyceln und energieeffizienten Gebäuden. Unter dem europäischen Durchschnitt liegen die Deutschen aber bei der Nutzung erneuerbarer Energien und der Reduzierung der klimaschädlichen CO2-Emission en.

Wie Frankfurt bewertet wird: In der Gesamtwertung und in vier der acht Einzelkategorien - bei Gebäuden, Verkehr, Wasser sowie Abfall und Landnutzung - schneidet die Main-Metropole im Ergebnis „über Durchschnitt“ ab. In den Kategorien CO2, Energie, Luftqualität und Umweltmanagement liegt die Stadt „im Durchschnitt“.

Auffallend sind vor allem zwei Ergebnisse: In Frankfurt ist der Anteil der erneuerbaren Energien mit 7,9 Prozent bundesweit am höchsten. Insgesamt liegt der Wert in den deutschen Zentren bei nur drei Prozent - deutlich unter vergleichbaren Städten in Europa (zwölf Prozent). Frankfurt profitiert dabei von zahlreichen Blockheizkraftwerken. In Offenbachs Nachbarstadt gibt es laut Studie zudem europaweit die meisten Gebäude im Passivhausstandard, darunter 1000 Wohnungen, Schulen, Kindertagesstätten, Turnhallen und Bürohäuser.

„Der dritthöchste Wert deutschlandweit “

Auch in der Kategorie Verkehr erreicht Frankfurt eine bessere Beurteilung als andere Metropolen. „In keiner anderen Stadt Deutschlands verzichten mehr Einwohner für ihren Arbeitsweg auf das Auto und nutzen öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder gehen zu Fuß - trotz der hohen Pendlerzahlen“, heißt es in der Auswertung. Allerdings wird nicht berücksichtigt, dass jeden Tag Zehntausende aus dem Ballungsraum mit ihrem Fahrzeug in Deutschlands Pendlerhauptstadt kommen.

Trotzdem können sich die Ergebnisse sehen lassen: So legen 32 Prozent aller Frankfurter ihren Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Das Nahverkehrsnetz erstrecke sich auf einer Länge von 3,1 km pro Quadratkilometer; im Durchschnitt der europäischen Städte seien es nur 2,4 km. Weitere 32 Prozent der Frankfurter Bürger radeln nach Angaben der Studie zur Arbeit oder gehen zu Fuß - „das ist deutschlandweit der dritthöchste Wert“. Allerdings ist die Zahl derjenigen, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, nach wie vor relativ hoch; ein gutes Drittel bevorzuge den Pkw, heißt es.

464 Kilo Abfall pro Kopf

Zum guten Ergebnis beim Thema Müll trägt vor allem das niedrige Abfallaufkommen bei. Die Stadt produziere pro Kopf 464 Kilo Abfall und damit weniger als der Europa-Durchschnitt (517 Kilo). Die Menge des Hausmülls sei zwischen 2001 und 2008 kontinuierlich um insgesamt 16,5 Prozent gesunken. „Darüber hinaus werden in Frankfurt 47 Prozent des Mülls recycelt und damit deutlich mehr als im Schnitt der europäischen Städte - 26 Prozent“, heißt es.

Als Knotenpunkt des überregionalen Verkehrs gehört die Rhein-Main-Region bei der Stickstoffdioxid-Belastung europaweit zu den am meisten belasteten Gebieten. Kaum verwunderlich ist es also, dass Frankfurt bei der Luftqualität nur ein „im Durchschnitt“ erreicht. Ein wesentlicher Grund sei die hohe Stickstoffdioxid-Konzentration: Mit 36 Mikrogramm pro Kubikmeter liege sie über dem europäischen Schnitt von 34 Mikrogramm, stellen die Forscher im „German Green City Index“ fest. Als Hauptverursacher gilt der Kraftfahrzeugverkehr, doch auch die Industrie und der Flugverkehr tragen laut Studie erheblich dazu bei. Weitere Ergebnisse: Die Ozon-Werte liegen mit 39 Mikrogramm pro Kubikmeter knapp unter dem europäischen Durchschnittswert von 40 Mikrogramm. Die Feinstaub-Konzentration bleibt in Frankfurt mit im Schnitt 20 Mikrogramm pro Kubikmeter sogar deutlich unter jener der europäischen Städte mit 31 Mikrogramm. Ähnlich sieht es bei den Schwefeldioxid-Werten aus.

Quelle: op-online.de

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