Finale im Oktober

Frauen-Power kommt an beim "Mainova-Heimspiel"

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Die Mitwirkenden des „Mainova-Heimspiels“ freuen sich bereits auf das Finale in der Frankfurter Batschkapp.

Frankfurt - Alljährlich stellen sich Musiker aus der Region beim „Mainova Heimspiel“ im Frankfurter Club „Nachtleben“ vor. Sechs Bands haben sich dabei hervorragend präsentiert und lösten somit das Ticket zum Finale Anfang Oktober in der Batschkapp. Von Detlef Kinsler

6 aus 49, so könnte man das „Best of Mainova-Heimspiel“ überschreiben, würde es sich dabei um ein Glückspiel handeln. Kein Frage: Glück gehört dazu. Aber das allein reicht nicht, um am 2. Oktober in der Batschkapp auftreten zu dürfen. Matze Brunner, als Booker des Clubs seit zehn Jahren für diese ganz besondere Art der Nachwuchsförderung verantwortlich, verlangt viel von den Kandidaten.

Zunächst einmal müssen sie sich in der „Sonntags-Heimspiel“-Reihe übers Jahr bewähren, dort zeigen, dass sie einen professionellen Auftritt hinlegen und Publikum mobilisieren können. Aus diesen bis zu 50 Bands wählt Brunner, selber Musiker bei Sushimob und The Terrible Noises, sechs Bands aus, die gut genug für die große Bühne sind. Immerhin fasst die neue „Kapp “ bis zu 1500 Besucher.

Jedes Jahr die richtige Auswahl zu treffen, „da komme ich schon manchmal ins Schwitzen“ bekennt Brunner. Die Szene ist überschaubar, trotzdem hat einer allein nie alles im Blick, weshalb Tipps von Musikerkollegen oder Medienpartnern hilfreich sind und dankbar aufgenommen werden. „Coolerweise klappt es dann doch immer“, kann sich Brunner auf sein Netzwerk verlassen. Das freut auch seinen Chef, Batschkapp-Betreiber Ralf Scheffler, der sich sicher ist: „Eine vergleichbare Konzertserie, die so lange durchgehalten hat, gibt es wohl in ganz Deutschland kein zweites Mal.“ Die meisten regionalen Reihen schlafen ganz schnell wieder ein. „Auch aus finanziellen Gründen“, weiß er. Deshalb ist er seinem Sponsor entsprechend dankbar. „Ein Energieunternehmen, das Rock sponsert, ist wohl ziemlich einmalig.“

Brunner wird bei den jährlichen Pressekonferenzen zum „Best of...“ nicht müde zu wiederholen, dass es sich beim „Heimspiel“ um keinen Wettbewerb handelt. „Mir ist wichtig, dass hier die Bands nicht gegeneinander antreten. Das ist nicht unsere Auffassung von Musik, sich als Konkurrenten zu begegnen.“ Die Motivation ist eine andere. „Fördern und fordern“ nennt das der Zeremonienmeister und wünscht sich kooperationsbereite Newcomer, die selbstverantwortlich Tickets verkaufen und helfen den Laden voll zu machen. Die erzielten Ergebnisse werden nicht gegeneinander aufgerechnet, und kein Publikumsvoting setzt die Musiker unter Druck. Der Spaß an der Musik, miteinander einen attraktiven Abend zu gestalten und mit dem Publikum zu feiern, steht im Vordergrund.

Damit das auch klappt, zieht Brunner in diesem Jahr ein ganz besonderes Line-up aus dem Köcher. War im vergangenen Jahr der Gitarrenrock ein Schwerpunkt im Angebot, kommen Alternative- und Indierock anscheinend langsam aus der Mode. Einzig The Morning Pints vertreten 2015 noch das Genre. Texas Local News (zwischen Pop und Metalcore) und The Tex Avery Syndrom (Frontfrau Laura: „Ich singe nicht, ich schreie!“) gehören der knallharten Fraktion an. Mit Leyla Trebbien & Band ist erstmals „kernige bluesige Bauchmusik“, so Brunner, am Start. „Ich bin auch froh, dass es diesmal drei Frauen am Mikro gibt. Sonst war das immer eine reine Männerveranstaltung.“ Genauso erwähnenswert findet der Booker, dass mit Meezy und Caser Nova auch die lokale HipHop-Szene präsent ist. „Die können Party machen.“

„Best of Mainova-Heimspiel“ am 2. Oktober in der Frankfurter Batschkapp, Gwinnerstraße 5; Beginn: 19 Uhr; Eintritt: VVK 6 Euro/AK 8 Euro

Quelle: op-online.de

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