Laut Landgericht kein versuchter Totschlag

Zweieinhalb Jahre Haft für Baseballschläger-Angriff

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Kassel - Wegen eines Baseballschläger-Angriffs auf seine Ex-Frau ist ein Mann jetzt vom Landgericht Kassel zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden. Ein Tötungsversuch soll es jedoch nicht gewesen sein.

Dreimal hat er mit einem Baseballschläger auf seine Ex-Frau eingeschlagen - aber töten wollte er sie nicht. Ein Mann ist in Kassel wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden. Es habe keinen Tötungsvorsatz gegeben, sagte der Vorsitzende Richter des Landgerichts am Dienstag in der Urteilsbegründung. Der Mann war vor der 6. Strafkammer unter anderem wegen versuchten Totschlags angeklagt gewesen. Er hatte seine ehemalige Frau bei der Arbeit in einer Spielhalle im nordhessischen Vellmar mit dem Baseballschläger angegriffen und schwer verletzt. Auch ein Samuraischwert hatte er damals dabei. „Es gab keinen konkreten Einsatz des Schwertes. Er wollte verletzen“, sagte der Richter.

Auch ein Motiv, die Frau zu töten, hatte der Mann nach Ansicht des Gerichts nicht. „Er wollte sie wiederhaben“, betonte der Richter. Deshalb ließ die Kammer den Vorwurf des Totschlags fallen. Zudem hatte der Angeklagte zuvor Alkohol getrunken und Drogen genommen, das Gericht ging von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit aus. „Es war ein Beziehungsdrama, das blutig endete, aber mit glücklicherweise nicht so schweren körperlichen Folgen“, sagte der Richter. Bereits zuvor hatte der Angeklagte seine getrennt von ihm lebende Frau mehrfach geschlagen. Mit dem Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag der Verteidigung. Der Anwalt des Angeklagten hatte auf eine Strafe von maximal zwei Jahren zur Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung plädiert, die Staatsanwaltschaft hatte dagegen wegen versuchten Totschlags eine Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten gefordert.

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dpa

Quelle: op-online.de

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