Schwere Rassismus-Vorwürfe

Staatsanwaltschaft ermittelt: Mann von Polizisten verprügelt

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Frankfurt - Schwere Vorwürfe gegen Frankfurter Polizisten: Ein 41 Jahre alter Deutscher äthiopischer Herkunft soll von mehreren Polizisten in einer U-Bahn-Station zusammengeschlagen worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Körperverletzung.

Mehrere Polizisten sollen einen Mann nach einer Fahrkartenkontrolle in einer Frankfurter U-Bahn-Station bewusstlos geschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb wegen Körperverletzung im Amt, sagte eine Sprecherin der Behörde heute und bestätigte damit einen Bericht der „Frankfurter Rundschau“. Der Mann ist dem Zeitungsbericht zufolge ein 41 Jahre alter Deutscher äthiopischer Herkunft. Er habe nach den Schlägen drei Tage mit einer schweren Gehirnerschütterung im Krankenhaus gelegen. Dort sei er abermals von Polizisten besucht worden, die Druck auf ihn ausübten. Erst nachdem der Geschäftsführer der Klinik sie zum Gehen aufforderte, seien die Polizisten wieder verschwunden.

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Die Polizei äußerte sich zu dem schwebenden Verfahren nicht. Gegen wie viele Beamte ermittelt wird, war zunächst unklar. Der Diplom-Ingenieur berichtet der Zeitung zufolge, am späten Abend des 17. Oktober von den Beamten schwer verprügelt worden zu sein, weil er sich nach einer Fahrkartenkontrolle zur Überprüfung der Daten nicht fesseln lassen wollte. Der Mann hatte zwar einen gültigen Fahrausweis, aber keinen Personalausweis dabei.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, würde der Fall diejenigen Politiker und Kritiker in ihrer Meinung bekräftigen, die seit der NSU-Affäre den deutschen Ermittlungsbehörden vorwerfen, auf dem rechten Auge blind zu sein.

dpa/nb

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Quelle: op-online.de

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