Interne Entscheidung der Zulassungsbehörde

Marburg verbannt Autokennzeichen mit „IS“

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Frankfurt vergibt weiterhin IS bei Autokennzeichen, wenn gewünscht.

Marburg - Autokennzeichen mit der Buchstabenkombination „IS“ werden im Kreis Marburg-Biedenkopf derzeit nicht vergeben. Das betrifft auch Wunschkennzeichen, wie ein Kreissprecher berichtete.

Autokennzeichen mit der Buchstabenkombination "IS" werden mancherorts in Hessen nicht mehr vergeben. Die Zulassungsstelle im Kreis Marburg-Biedenkopf verzichtet derzeit darauf, wie ein Sprecher berichtete. Die interne Entscheidung der Zulassungsbehörde sei kürzlich vor dem Hintergrund gefallen, dass "IS" auch als Abkürzung für die Terrormiliz Islamischer Staat gelesen werden könne. Auch Darmstadt wird künftig keine Kennzeichen mit den zwei Buchstaben mehr ausgeben. In anderen Städten und Kreisen gibt es dagegen laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur keine Einschränkungen. Auch das Land plant dazu nichts. Dass "IS" auf den Index kommen könnte - soweit ist man im Landkreis Fulda noch nicht. "Aber das ist ein Thema, über das man mal vielleicht nachdenken könnte", sagte der Leiter der Zulassungsstelle, Thorsten Weber. "Die Frage ist aber, ob das nicht ausufert." Unklar sei auch, wie mit der Frage des Bestandschutzes verfahren werde. "Was machen wir mit Leuten, die schon mit "IS" durch die Gegend fahren?"

In der Landeshauptstadt Wiesbaden gibt es keine Pläne, Autokennzeichen mit dem Buchstabenpaar nicht mehr zu vergeben. Eine Sprecherin der Stadt verwies darauf, dass das Land dafür zuständig ist, Buchstabenkombinationen zu verbieten. Nach Angaben des Verkehrsministeriums in Wiesbaden regelt ein Erlass, welche Lettern auf Nummernschildern hessenweit tabu sind. Auf Landesebene seien derzeit aber keine weiteren Verbote geplant, sagte ein Sprecher. Dem Erlass zufolge sind nicht erlaubt: NS (Nationalsozialismus), SS (Schutzstaffel), SA (Sturmabteilung), SD (Sicherheitsdienst), KZ (Konzentrationslager) und HJ (Hitlerjugend) - also Kombinationen, die im Zusammenhang mit der Nazi-Zeit stehen.

Die Zulassungsbehörden haben aber einen eigenen Spielraum bei der Vergabe von Buchstaben. So entschied denn auch vor kurzem die nordrhein-westfälische Großstadt Düsseldorf, keine Autokennzeichen mit "IS" mehr auszugeben. Die Details zu Kfz-Kennzeichen regelt bundesweit die Fahrzeug-Zulassungsverordnung. Darin heißt es unter anderem, dass Buchstabenkombinationen "nicht gegen die guten Sitten" verstoßen dürfen.

Die Stadt Frankfurt vergibt weiterhin "IS" bei Autokennzeichen, wenn gewünscht, heißt es beim Ordnungsamts der Mainmetropole. Keine Einschränkungen auch in Kassel oder im Kreis Darmstadt-Dieburg. Seit dem 1. Januar habe es sechs Zulassungen mit "DA-IS" und vier mit "DI-IS" gegeben, teilte ein Kreissprecher mit. "Das ist kein besonders beachtlicher Wert und in den meisten der zehn Fälle hatte die Kennzeichen-Wahl eher mit den Namensinitialen der Zulassenden zu tun."

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dpa

Quelle: op-online.de

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