Marc Marshall kommt in die Hugenottenhalle

Hommage an die Frauen

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Rund drei Jahre hat Marc Marshall an seinem neuen Album gearbeitet.

Neu-Isenburg - Marc Marshall ist ein Kavalier der alten Schule. Einer Dame die Tür aufzuhalten, ist auch heute noch selbstverständlich für ihn. „Ich bin ein großer Fan des weiblichen Geschlechts“ sagt der Sohn von Schlagerstar Tony Marshall über sich selbst. Von Sebastian Schwarz 

Sein neuestes Album „Die perfekte Affäre“ ist denn auch eine Verneigung vor der Damenwelt. Am 8. Dezember steht er mit dem Werk in der Neu-Isenburger Hugenottenhalle auf der Bühne. Im Gespräch mit unserem Redaktionsmitglied Sebastian Schwarz verrät der studierte Bariton, wie „Die perfekte Affäre“ entstanden ist und was die Zuschauer in Neu-Isenburg erwartet.

Was hat Sie zu Ihrem neuen Album „Die perfekte Affäre“ inspiriert?

Das Album ist aus der Lust heraus entstanden, wieder eine Soloalbum zu machen, ohne dass ich wusste, wo die Reise hingeht. Ich habe gemerkt, dass ich eine große Affinität zu meinem Geburtsjahrzehnt, den 1960ern habe, bin ein großer Fan der Interpreten dieser Zeit wie Tom Jones, Engelbert und Marvin Gaye. Das Album ist im Grunde die Summe meiner musikalischen Erfahrungen der letzten 40 Jahre. Dass das Thema Mann – Frau eine große Rolle spielt, war fast eine logische Konsequenz, weil ich ein großer Fan des weiblichen Geschlechts bin.

Haben Sie auch eigene Erfahrungen und Erlebnisse einfließen lassen?

Das Album ist nicht autobiographisch. Es sind aber doch viele Dinge, die man als Mensch, Mann, geschiedener Vater musikalisch auf eine vielleicht augenzwinkernde Art umsetzen kann. Ich habe früh lernen dürfen, wie großartig Frauen sind. Sie können sich viel mehr auf sich verlassen und haben eine unglaubliche Stärke. Das habe ich immer bewundert. Das fließt schon in das Album mit ein. Es ist eine Hommage an das weibliche Geschlecht, ein Bekenntnis zu Beziehungen.

Das Thema Mann – Frau ist ja immer etwas heikel, da kann man leicht ins Fettnäpfchen treten. Gab es in diesem Zusammenhang negative Reaktionen auf Ihr Album?

Genau das ist das Problem, deswegen habe ich das Album gemacht. Ich kann nicht verstehen, dass die Geschlechter nicht mehr klar definiert sind und weder der Mann noch die Frau so richtig weiß, wie sie sich verhalten soll und verunsichert ist. Ich sehe das Thema Mann – Frau mit einer großen Freude und Leichtigkeit und nicht so bedeutungsschwanger. Es gibt auch Leute, die sagen, ich sei ein Macho. Aber das bin ich nicht. Ich bin einer der Frauen liebt, mit allen Konsequenzen.

Welchem musikalischen Genre würden Sie „Die perfekte Affäre“ denn am ehesten zuordnen?

Eher in die soulige Richtung, aber dann mit der Übersetzung des Wortes. Es hat viel mit Seele und Emotion zu tun.

In einem Interview haben Sie gesagt, dass Album hätte für Sie eine besondere Bedeutung. Was macht das Werk so besonders?

Durch meine 17-jährige Arbeit im Duo Marshall & Alexander komme ich aus einer ganz anderen Welt, wo man im Team singt. Und bei diesem Album geht es nur um mich. Ich bewege mich musikalisch, emotional und strategisch komplett frei, und das ist nach so vielen Jahren schon etwas Besonderes.

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In der Ankündigung für Ihr Konzert heißt es, Sie nehmen die Zuhörer auf einen „Streifzug durch elegante Bars und stilvolle Clubs“ mit. Was erwartet das Publikum in Neu-Isenburg?

Es gibt eine große Fallhöhe, was die emotionale Welt angeht. Man muss oft so handeln, wie man denkt, dass es die Gesellschaft gern hätte. Und da breche ich aus. Die genannten Umgebungen erlauben mir das. Da kann ich auf der einen Seite sehr oberflächlich und einfach nur genusssüchtig durch diese Räume schweifen. Aber ich kann mich auch auf Dinge einlassen. Es ist mein Ansatz, dass ich mich intensiv mit den Texten, dem Programm und auch mit meinem Publikum auseinandersetze. Ich möchte die Menschen mitnehmen, sie auch auffordern, sich auf sowas vorzubereiten und richtig Lust zu haben, mit mir diese zweieinhalb bis drei Stunden zu verbringen. Ich stelle mich voll zur Verfügung, die Menschen bekommen 100 Prozent Marc Marshall auf der Bühne.

Quelle: op-online.de

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