Zwei Jahre Bewährung für Marihuana-Plantage

Frankfurt - Das Landgericht Frankfurt hat einen Hobby-Gärtner zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Strafbar war nicht der grüne Daumen des Mannes, sondern die Pflanzen, die er anbaute.

Der Betreiber einer der größten Marihuana-Plantagen Hessens ist vom Landgericht Frankfurt zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Der 33 Jahre alte frühere Pelzhändler und Fischzüchter hatte im Keller einer von ihm angemieteten Halle 1780 Marihuana-Pflanzen gezogen, sowie kiloweise geerntetes Rauschgift aufbewahrt.

Die Polizei kam dem Züchter auf die Schliche, nachdem er über einen längeren Zeitraum einen extrem hohen Energieverbrauch hatte und ihr das Versorgungsunternehmen dies mitteilte. Ein 40 Jahre alter Mann, der dem Hauptangeklagten bei der Zucht der Pflanzen bisweilen geholfen hatte, wurde im gleichen Prozess zu zehn Monaten Bewährungsstrafe verurteilt.

Vor Gericht hatten beide Männer Geständnisse abgelegt und sich damit die Strafaussetzung zur Bewährung gesichert. Der Pflanzenzüchter sagte, er habe ursprünglich einmal mit Pelzen gehandelt und später Zierfische gezüchtet. Mit beiden Unternehmungen aber habe er finanziellen Schiffbruch erlitten.

Erst die Zucht und der Handel mit den Rauschgiftpflanzen sei einträglicher gewesen. Rund 18 Kilogramm Marihuana-Blüten verkaufte er dabei an Abnehmer in den Niederlanden. 2500 bis 3000 Euro habe er pro Kilogramm dafür erhalten. Dem hätten allerdings die hohen Energiekosten gegenüber gestanden. Die Pflanzen mussten durchgängig beleuchtet und bewässert werden. Die Polizei hatte bei der Räumung der Plantage im Sommer 2009 von der größten Anlage dieser Art in Hessen gesprochen.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare